Während politische Töne im Zusammenhang mit Atomkraft und Benes-Dekreten – vor allem Tschechien gegenüber – immer rauer wurden, setzt die Kirche einen anderen Akzent. Am kommenden Sonntag, 3. Februar, bittet sie in den oberösterreichischen Pfarren um Hilfe für Arme und Leidende in den ehemals kommunistischen Ländern.
Vor allem in den Partnerdiözesen Budweis, in Weißrussland und Bosnien sowie in Rumänien will die Diözese Linz langfristig helfen. Seelsorge und Hilfe in konkreten Notsituationen werden in gleicher Weise gesehen.
Auch Orden schaffen Verbindungen. So brechen im Februar zwei Franziskanerinnen von Vöcklabruck nach Kasachstan auf. Sie werden dort eine christliche Schule betreuen. Wie die Kirche sind auch politische und private Hilfsorganisationen in Osteuropa aktiv. Sie alle helfen zusammen, dass die Brücke Richtung Osten tragfähig bleibt.
Seelsorge und Nothilfe
Mit der Osthilfe-Sammlung werden Partnerdiözesen unterstützt
Am Sonntag, 3. Februar bitten Caritas und Osthilfe-Fonds der Diözese Linz gemeinsam um Spenden für caritative und seelsorgliche Projekte in den Partnerdiözesen von Bosnien-Herzegowina, Rumänien und Weißrussland.
Seit 1990, dem Jahr nach dem Zusammenbruch des Kommunismus, geschah in den Nachfolge-Ländern viel – in Seelsorge und Diakonie. Kirchen wurden wieder aufgebaut und Menschen für den kirchlichen Dienst ausgebildet. Oberösterreichs Kirche hat stark mitgeholfen und unterstützt weiter den langen Weg der Hoffnung.Mihal Tolotschko, Vizedirektor der Nationalcaritas von Weißrussland, schildert die Situation seines Landes mit etwa zehn Millionen Einwohnern: Weißrussland leidet unter Geburtenrückgang und allgemein schlechtem Gesundheitszustand, die Geburtsfehler bei Neugeborenen nehmen zu.
Alkohol, Drogen, vermehrte Kriminalität, das Vordringen totalitärer, destruktiver und okkulter Sekten wie auch die Zerstörung der Familie sind gesellschaftliche Bürden. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor fast 16 Jahren ist nur ein, wenn auch ein gewichtiger Grund für die Probleme Weißrusslands. Es gibt aber ebenso positive Nachrichten: starker Anstieg des Wirtschaftswachstums, beste Ernte aller GUS-Länder ...
Die Hilfe der Caritas Linz ist konkret, etwa mit dem Bau des Mutter-Kind-Zentrums in Borowljani, wozu auch Kirchenzeitungsleser/innen viel beigetragen haben. (Das Heim wird nächstes Jahr den Betrieb aufnehmen.) Oder mit Winterhilfsprogrammen (Lebensmittelpakete, Hausapotheken), mit einer Nähwerkstatt für behinderte Kinder, mit der Armenküche in Pinsk, dem Obdachlosenheim in Gomel, Erholungswochen für Kinder, Paketen für Gefangene und Schulhilfen ...