Von einem großen Interesse von Seiten der Politik und der Interessenvertretungen am Projekt „Ökumenisches Sozialwort“ berichteten vergangene Woche Vertreter/-innen des Ökumenischen Rates der Kirchen und der Katholischen Sozialakademie (KSÖ). Grundtenor der bisher eingelangten Rückmeldungen sei die Anerkennung für das vielfältige soziale Engagement der Kirchen, betonte P. Alois Riedlsperger. Die hohe Kompetenz des kirchlichen Engagements werde durchwegs hervorgehoben. Die vielfach pointierten Aussagen des Sozialberichts der Kirchen stießen aber auch auf kritische Reaktionen. Mehrfach sei den Kirchen mangelnde „Wirtschaftskompetenz“ und Blauäugigkeit bei der Finanzierung von Sozialleistungen vorgehalten worden.
Übereinstimmungen und Divergenzen zeigten sich auch bei einem Studientag des ÖVP-Klubs im Parlament. Zahlreiche Abgeordnete und Minister diskutierten mit den Bischöfen Herwig Sturm und Maximilian Aichern sowie Michael Chalupka (evangel. Diakonie) und P. Riedlsberger (KSÖ). Neben der Kritik, dass im Sozialbericht zu wenig auf Wirtschafts- und Finanzierungsfragen sowie auf die europäische Integration eingegangen werde, kündigte die ÖVP als Konsequenz u. a. die Reform der Sozialhilfe, den Ausbau des Hospizwesens und die Förderung von Ehe und Familie an. Das Gespräch soll fortgesetzt werden.