Ausgabe: 2002/06, Haft, Ntezimana, Mure-mangingo, Hutu, Tutsi, Ruanda, Pax Christi
06.02.2002
- Walter Achleitner
Laurien Ntezimana und Didace Mure-mangingo sitzen nun schon seit über einer Woche hinter Gittern. Ohne Angabe von Gründen wurden die Versöhnungsaktivisten in Ruanda verhaftet. Dabei hatte sich der 47-jährige Theologe Ntezimana schon Jahre vor dem schrecklichen Völkermord um Aussöhnung zwischen Hutu und Tutsi verdient gemacht. 1998 wurde er dafür von „Pax Christi“ mit dem internationalen Friedenspreis ausgezeichnet. Dass er nun entgegen geltendem Recht in Butare einsitzt, ist vor allem ein schwerer Schlag gegen die überparteilich ausgerichtete Versöhnungsarbeit im Herzen Afrikas. Vielmehr geht es um den Versuch, den engagierten Laien in das Naheverhältnis zu einer politischen Partei zu bringen, die erst kürzlich von den Machthabern in Kigali verboten worden ist.