„Jeder Bauer ist ein Öffentlichkeitsarbeiter, der für den ländlichen Raum und die Gemeinschaft viel tut“, betonte Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer.
BSE-Krise, Genmais-Saatgut, Schweinemastskandal, Maul- und Klauenseuche – 2001 war kein leichtes Jahr für die Bauern. Oberösterreichs Landwirtschaft habe aber die schwierige Zeit gut gemeistert, so Landeshauptmann und Oberösterreichs Agrarreferent Josef Pühringer: „Vor allem die Qualität macht die Landwirtschaft überlebens- und zukunftsfähig.“ Dass dabei Österreich auf dem richtigen Weg sei, zeigen Wortmeldungen aus Deutschland. Behauptete 1999 der deutsche Bundeskanzler Schröder auf einer Agrartagung, dass sich Österreich von seiner Schrebergarten-Landwirtwirtschaft in Zukunft verabschieden müsse, hörte sich die jüngste Einschätzung der Verbraucherschutzministerin Künast ganz anders an: Der österreichische Weg der klein strukturierten Landwirtsschaft sei vorbildlich. Nicht ohne Genugtuung zitierte Pühringer diese Kehrtwende des Nachbarn. Ausdrücklich bekannte er sich zu den bäuerlichen Familienbetrieben: Sie bieten den Konsumenten Sicherheit, Verlässlichkeit und Qualität.
Pühringer, ein überzeugter Europäer – so seine Selbstdefinition – bekennt sich zur EU-Erweiterung, „aber nicht auf Kosten der Landwirtschaft“. Es brauche lanme Übergangsfristen und einen kontinuierlichen Anpassungsprozess. Allen Überlegungen, die Landwirtschaftskompetenzen von Brüssel wieder in die die einzelnen Nationalstaaten zu holen, erteilt Pühringer eine Abfuhr: „Die EU ist unser Markttraum“.
Das Bauernsterben hat, so Pühringer, in den letzten Jahren eher in der Statistik als in der Realität stattgefunden. Von den 800 bis 1.200 Bauern, die jährlich ihren Betrieb aufgeben, besitzen 80 Prozent weniger als 3 Hektar Grund. Die Zahl der Vollerwebs-landwirte – zur Zeit 18.000 – hat sogar wieder zugenommen. Insgesamt zählt Oberösterreich 41.000 bäuerliche Betriebe.
Positives Image
Erfreut ist Pühringer über das Image der Bauern: 94 Prozent der Oberösterreicher/innen sind überzeugt, dass „wir unsere guten Lebensmittel den Bauern verdanken“, ergab eine Umfrage im Vorjahr.
Beinahe ebenso sehr werden die Leistungen der Landwirte für die Pflege und den Erhalt der Umwelt gewürdigt. Der Agrarlandesrat ist zuversichtlich, dass auch das Krisenjahr 2001 nichts an der positiven Einstellung der Bevölkerung den Landwirten geändert hat.