Nicht das Trennende, sondern das Gemeinsame suchen
Ausgabe: 2002/07, Eser, Wild, Ökumene, Muslime, Grein
12.02.2002
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
„Nicht das Trennende, sondern das Gemeinsame suchen“. Das ist für den Trauner Pfarrer Franz Wild bei der Begegnung zwischen Christen und Muslimen wichtig. Gemeinsam mit dem Muslim Zekeriya Eser betonte er im Rahmen eines christlich-muslimischen Abends in Grein die Bedeutung des Aufeinander Zugehens.
Oftmals würden Probleme im Zusammenleben aber nicht in den verschiedenen Religionen, sondern in den unterschiedlichen Lebensweisen ihren Grund haben, meinten übereinstimmend die beiden Solidaritätspreisträger der Kirchenzeitung. Mit der religiösen und kulturellen Vielfalt müsse man leben lernen. Das sei möglich, wenn man einander in die Augen schauen kann und bereit ist, Gastfreundschaft zu pflegen.Als möglicher, kleiner Schritt zu einem gemeinsamen Leben wurde bei der Veranstaltung in Grein das Schulgebet vor Beginn des Unterrichts angesprochen. Es blieb aber die Frage offen, welche Gebete verwendet werden könnten. Und wie – vor allem – die muslimischen Eltern einzubeziehen sind, damit die Einladung zum Gebet nicht als religiöse Vereinnahmung missdeutet wird.
Zekeriya Eser erklärte, dass Christen das rituelle Gebet der Muslime nicht mitbeten könnten. Christen und Muslime könnten aber sehr wohl miteinander in bestimmten gemeinsamen Anliegen beten, zum Beispiel um den Frieden. So praktiziert er es auch.