Aus einer Notsituation ist in Regau eine neue Form der Firmvorbereitung entstanden: Die Jugendlichen können und müssen sich ihren „Fahrplan zur Firmung“ selbst gestalten.
„Niemand kann sagen, das geht mich nichts an. Jeder in dieser Pfarrgemeinde hat Fähigkeiten, die er in irgendeiner Form einbringen kann.“ So wurden im Herbst 2001 in Regau die Pfarrmitglieder eingeladen, sich an der Firmvorbereitung zu beteiligen. Für die bisher üblichen Firmstunden standen nicht genügend Firmhelfer/innen zur Verfügung.
„Letztes Jahr haben wir keine Firmvorbereitung zustande gebracht,“ erzählt Barbara Schindlauer, Jugendleiterin im Dekanat Schwanenstadt und zugleich Pastoralassistentin in Regau. Es war für sie nicht leicht, sich und der Pfarre das einzugestehen.
Keine Verpflichtung
Die Firmvorbereitung musste neu gestaltet werden. So ist die Idee des „Fahrplan“ entstanden. Die Firmlinge können an verschiedenen Angeboten teilnehmen und erhalten dafür Punkte. „Wir setzen auf Eigenverantwortung. Die Firmvorbereitung ist keine Verpflichtung, sondern ein Angebot“, sagt Schindlauer. Das war bereits beim Firmstart im November wichtig. Für gelöste Aufgaben haben die Jugendlichen etwas vom Konzept erfahren. 89 haben sich zur Firmung angemeldet.Die Firmlinge müssen mindestens 100 Punkte für die Firmkarte sammeln, jeweils 30 davon in den verschiedenen Bereichen Verkündigung, Diakonie und Liturgie. Verpflichtend ist die Teilnahme am Firmwochenende Anfang März und an der Bußfeier und der Sendungsfeier.
Jeden Sonntag nach der 9.30 Uhr-Messe liegen im „Firmsekretariat“ die aktuellen Angebote auf. Die Firmlinge müssen sich dort anmelden. „Wir möchten ein Sonntagsgefühl entwickeln. Das ist der Tag, an dem wir zusammenkommen. Auch wenn nicht alle vorher in der Messe waren“, erklärt die Pastoralassistentin.
Mehr als 20 Helfer/innen
Mehr als 20 Personen gestalten Angebote. Einige Beispiele: Teilnahme an einer Krankenkommunion; Vorbereitung eines Kleinkindergottesdienstes; Gestalten von Window-Colours-Windlichtern, die für das Sozialprojekt „Eine Waschmaschine für Bolivien“ verkauft werden; Lebenswelt in Afrika kennen lernen; Kreuzweg; als Sternsinger unterwegs sein; Singen und Beten mit alten, bettlägrigen Menschen; Workshop „Sensibilisierung für Werte“ oder „Umgang mit Gewalt“.Einziger Nachteil ist der Verwaltungsaufwand, der laut Barbara Schindlauer für Ehrenamtliche kaum zu schaffen wäre. Aber das Projekt kommt sehr gut an. Immer wieder kommen Pfarrmitglieder, die fragen, ob ihre Hilfe noch gebraucht wird.