Von der Gründung 1889 bis 1938 besuchten 141 jüdische Schülerinnen die Körnerschule in Linz. Jetzt widmet sich eine Ausstellung ihrem Schicksal in der NS-Zeit.
Anhand von 18 Biographien wird exemplarisch dargestellt, was mit jüdischen Schülerinnen nach dem Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland geschah. Manche wanderten nach Israel aus, manche kamen in den KZ’s um, das Schicksal vieler ist ungeklärt.Die Liebe zum Judentum hat Mag.a Verena Wagner, evangelische Religionslehrerin an der Körnerschule, dazu bewogen, sich mit der Geschichte der Schule auseinander zu setzen. „Es ist höchste Zeit, dass die Personen, die einmal an dieser Schule waren, noch einmal erzählen können“, meint sie, denn in nicht allzu langer Zeit gäbe es niemanden mehr, der authentisch berichten könnte. Mit viel Idealismus machte sie sich an die mühsame Arbeit, durchforstete gemeinsam mit Schülerinnen Archive, führte stundenlange Telefonate und flog sogar nach Israel. Das Ergebnis ist eine hoch interessante Ausstellung. An Hand vieler Dokumente, die die ehemaligen Schülerinnen zur Verfügung gestellt haben, sowie verschiedener Hörstationen, bei denen die Betroffenen in Tonbandaufnahmen erzählen, zeigt sie exemplarisch Schicksale unter dem Nazi-Regime.
„Man hat mich nie für eine Jüdin gehalten, ich hab mich immer geärgert darüber. Jüdische Spuren an der Körnerschule bis 1938.“ Die Ausstellung läuft bis 24. März 2002 und ist während der Schulzeiten frei zugänglich – Körnerstraße 9, Linz.