Porträt Alois Wagners vom 16. Mai 1946. Es trägt die handschritliche Widmung: Wer rückwärts sieht, gibt sich verloren, wer lebt und leben will, muß vorwärts sehen. (Ricarda Huch)
Wagner war nicht nur ein menschenfreundlicher Seelsorger, er ging auch vom Standpunkt aus: Redet nicht nur, tut auch etwas. Kardinal Dr. Franz König
Kardinal Dr. Christoph Schönborn wird am Donnerstag, 7. März, 10 Uhr, den Begräbnisgottesdienst für Erzbischof Dr. Alois Wagner leiten. Im Bischofshof Linz laufen Kondolenzschreiben aus aller Welt ein.
Kardinal Dr. Christoph Schönborn leitet den Begräbnisgottesdienst für den am 25. verstorbenen Erzbischof Dr. Alois Wagner im Linzer Dom. Diözesanbischof Maximilian Aichern hält die Predigt. Zahlreiche Bischöfe, darunter Kardinal Dr. Franz König, Wien, oder der Münchner Kardinal Friedrich Wetter werden teilnehmen. Die Begräbnisfeier wird in Radio Oberösterreich sowie im Fernsehen übertragen.
Inzwischen sind im Ordinariat zahlreiche Kondolenzschreiben eingelangt. Wie beliebt Bischof Wagner in Rom war, bringt ein Brief der Schweizer Garde zum Ausdruck: „Mit Bestürzung haben wir vernehmen müssen, dass eine auch für uns so wichtige Persönlichkeit von uns gegangen ist“, heißt es in einem Schreiben.
Der Bischof von St. Gallen, Otmar Mäder, richtete an Bischof Aichern einen Brief. „Dem Verstorbenen bin ich in Rom mehrere Male begegnet. Ich lernte ihn hoch schätzen: seine Intelligenz, seine Bescheidenheit, sein Engagement und seine Fröhlichkeit, mit der er auch Unangenehmes gelassen ertrug“.
Aus der Kenyanischen Diözese Nakuru traf ein Schreiben des dortigen Bischofs Peter Kairo ein. „Viele hier behalten Bischof Wagner wegen seiner Liebe und Freundlichkeit in Erinnerung“ schreibt der afrikanische Bischof und drückt so wohl das Empfinden vieler aus, für die Wagner in seinem Einsatz für eine gerechtere Welt eingetreten ist.
Der österreichische Botschafter im Vatikan, Walter Greinert, würdigte Wagner als „Ansprechpartner für nach Rom reisende Österreicher. Seine Hilfsbereitschaft und die direkte Art, Probleme zu lösen, haben den Botschafter stets beeindruckt. Die österreichische Botschaft habe die Zusammenarbeit mit Wagner sehr geschätzt.
In Linz ist auch ein von Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano gezeichnetes Schreiben eingegangen, in dem die Trauer des Papstes um Erzbischof Wagner zum Ausdruck gebracht wird. Wagners Sorge um den Päpstlichen Rat „Cor Unum“ sowie seine Aufgabe als Ständiger Vertreter beim Heiligen Stuhl werden darin besonders gewürdigt.
Schon am Tag nach Wagners Tod hatten zahlreiche Politiker den Verstorbenen gewürdigt, so auch Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer: Wagner habe immer in sehr enger Beziehung zu seiner Heimat Oberösterreich gestanden und dies auch öffentlich zum Ausdruck gebracht. Darüber hinaus – so Pühringer – war er ein besonderer Botschafter unseres Landes im Vatikan und in aller Welt.
Betroffen äußerte sich auch Erzbischof Francesco Marchisano vom päpstlichen Kulturamt im Vatikan, ein Wohnungsnachbar Bischof Wagners übrigens, als dieser noch in Rom lebte. Mit Wagner habe ihn eine jahrelange brüderliche Freundschaft verbunden. „Ich habe an ihm vor allem die Liebe zur Kirche und das starke Bedürfnis, den ärmsten und notleidenden Menschen zu helfen, bewundert“, schreibt Marchisano.
Im Bischofshof liegt ein Kondolenzbuch für Bischof Wagner auf (geöffnet: 7.30 bis 17.30 Uhr). Seit Dienstag, 5. März, 17 Uhr bis zum Begräbnis am Donnerstag, 7. März, 10 Uhr hat die Bevölkerung Gelegenheit, in der Votivkapelle des Doms Abschied von Erzbischof Alois Wagner zu nehmen.
Beginn der Begräbnisliturgie: Donnerstag, 7. März, 10 Uhr.
Der Visionär
Mit dem Aufbau des Österreichischen Entwicklungsdienstes – heute HORIZONT 3000 – hat der damalige Weihbischof Alois Wagner Weitblick bewiesen, für den ihn der Papst später nach Rom holte. „Erzbischof Wagner ist Pionier für die Einsätze österreichischer Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer gewesen und hat entscheidend zum Stellenwert der österreichischen – insbesondere kirchlichen – Entwicklungszusammenarbeit beigetragen“, würdigt HORIZONT 3000-Geschäftsführer Robert Zeiner das Lebenswerk Dr. Alois Wagners.