Viele Missionsrunden und -gruppen in den Pfarren in Oberösterreich haben diese Erfahrung gemacht: Die Zölle für Textilien wurden so erhöht, dass sich Pakete für Missionsstationen nicht mehr „auszahlen“. Einige dieser Runden haben sich deshalb sogar aufgelöst.Alfred Mayr ist Leiter vom Arbeitskreis Weltkirche und Entwicklungsförderung (Wekef), in dem Aktionen und Gruppen für eine gerechtere Welt zusammen arbeiten. Er hat eine Erklärung für die erhöhten Zölle: „Es gibt Organisationen, die professionell Secondhand-Produkte aus Europa schicken und mit dem Verkauf im Zielland die lokale Textilindustrie zerstören.“ Vor allem Länder im südlichen Afrika haben darauf mit Schutzzöllen auf Textil-Lieferungen reagiert. Und das betrifft auch Sendungen an Missionsstationen, die diese Lieferungen brauchen könnten.Neue Wege der HilfeMayr hat zwei Vorschläge, wie Missionsrunden weiterhin Menschen in Ländern des Südens unterstützen können: Es ist möglich, Hilfsgüter über diözesane Stellen zu verschicken. Das funktioniert über die Beschaffungsbetriebe der MIVA, die ausschließlich Güterversand in andere Länder organisieren.Die zweite Möglichkeit ist die, gesammelte Güter zu verkaufen und das erhaltene Geld zu spenden. Mit Material, das in betroffenen Gebieten gekauft werden kann, wird dort die Wirtschaft gestärkt.
Einige Gruppen haben ihre Arbeit verändert: Sie spenden Geld und verstärken die Bewusstseinsarbeit. Sie machen zum Beispiel Menschen in Österreich darauf aufmerksam, dass sie schon beim Einkauf von Lebensmitteln Menschen in „armen“ Ländern unterstützen können. „Viele haben die Möglichkeit schon gesehen, dass man sich für diese Sache auch anders engagieren kann,“ sagt Alfred Mayr.