Naarn: Glaubensabende helfen, sich in Gott zu verwurzeln
Ausgabe: 2002/11, Naarn, Glaubensabend, Glaubensseminar, Zauner, Michal
12.03.2002
- Josef Wallner
Glaubensseminare sind für den Naarner Pfarrer Johann Zauner jene Veranstaltungen, aus denen am meisten Frucht wächst: für die Leute persönlich und für die Kirche.
Wer sich unter den Teilnehmer/innen am derzeit laufenden Glaubenskurs umhört, kann dem Pfarrer nur beipflichten. Obwohl das Seminar zwei Monate dauert und wöchentlich ein Treffen umfasst, kommen regelmäßig sechzig Männer und Frauen aus Naarn, Perg und den umliegenden Pfarren. Unter ihnen viele junge Erwachsene. Und alle sind von den Angeboten zur Glaubensvertiefung und -erneuerung beeindruckt.
Was andere denken
Johann Rafetseder ist Mechaniker, 32 Jahre alt: „Ich nehme teil, um meine Beziehung mit Gott zu vertiefen. Jeder der fünf Abende, die wir bisher gehabt haben, war sehr interessant.“ Auch die Diskussionsrunden, die nach einem Referat fixer Bestandteil jedes Kursteils sind, möchte er nicht missen: „Da hört man auch, was andere denken.“Wie Rafetseder gehört der Landwirt Josef Lichtenberger einem Gebetskreis an. Die bisherigen Treffen haben ihm mehr Weitblick eröffnet und „Gott auch aus anderen Perspektiven sehen lassen“. Diese neuen Gedankenanstöße wirken in seinem Gebetskreis weiter: „Es ist gut, dass man nicht nur im eigenen Saft schmort und nicht nur um die eigenen Vorstellungen kreist.“ „Was ich über den Glauben weiß, ist zu wenig“, erklärt Bianca Schedelberger den Grund, warum sie am Seminar teilnimmt. Eine besondere Bedeutung hat der Glaubenskurs für eine 67-jährige Naarnerin: Sie bereitet sich auf ihre Taufe vor. „Ich bin gern beim Seminar. Es ist schön, da lernt man für das Leben“, sagt sie freundlich lächelnd. Nach einer schweren Zeit der Kindheit in Dresden und mehreren verschiedenen Wohnorten ist sie vor sieben Jahren nach Naarn gekommen. Hier hat sie menschlich Wurzeln geschlagen – und nun beginnt sie, sich auch religiös zu beheimaten: „Nachdem ich nie in den Religionsunterricht gegangen bin, kannte ich nicht einmal das Vaterunser. Aber das lerne ich jetzt schön langsam.“
Denken, reden, beten
Der Glaubenskurs „Komm und sieh“, nach dem in Naarn gearbeitet wird, ist von der Spiritulaität der charismatischen Erneuerungsbewegung inspiriert. Jeder der acht Abende wird von jeweils einem Referenten aus der Region gestaltet.
Der Themenbogen bildet eine kurz gefasste Einführung in den Glauben und in das Leben aus dem Glauben. Der Kurs will Lebensfragen beantworten und die Freude an Gott stärken. Das Seminar und die Impulse zur täglichen Meditation wollen zu einem „lebendigen Christsein“ helfen, so Pfarrer Zauner.