Land und Kirche nahmen Abschied von Erzbischof Dr. Alois Wagner
Ausgabe: 2002/11, Wagner, Erzbischof Wagner, König, Kardinal Franz König, Schönborn, Krypta, Alois Wagner, Rom, Papst
12.03.2002
- Matthäus Fellinger
In einem schlichten, aber ergreifenden Trauergottesdienst begleiteten 2000 Gläubige Erzbischof Dr. Alois Wagner auf seinem letzten Weg.„Frohlocket, ihr Chöre der Engel.“ Der Ruf des großen Osterlobes der Auferstehungsliturgie lag aufgeschlagen vor dem Sarg. Bis zum Beginn der Begräbnisfeier am Donnerstag, 7. März nutzten Menschen die Möglichkeit, dem verstorbenen Erzbischof Dr. Alois Wagner noch einmal nahe zu sein. Kardinal Dr. Christoph Schönborn hatte als Vorsitzender der Bischofskonferenz den Tauergottesdienst geleitet.
Schlicht, wie es dem Wunsch des Verstorbenen entsprach, war der zweistündige Gottesdienst gestaltet. Für die musikalische Gestaltung sorgten eine Schola, vor allem aber die rund 2000 Leute im Dom selbst – mit Liedern aus dem Gotteslob. Bischof Wagner war am Entstehen des Gesangbuches wesentlich mitbeteiligt. Unter „Wohin soll ich mich wenden, wenn Gram und Schmerz mich drücken?“ wurde der Sarg nach vorne zum Volksaltar geführt. Bischof Maximilian Aichern rief noch einmal die Lebensstationen Wagners in Erinnerung, von seinen Erfahrungen des Lebens an der Grenze in der Kindheit bis zu seinem Wirken für die Weltkirche. Immer sei sein Leben getragen gewesen vom Anliegen, Grenzen zu überwinden: „Jetzt ist er an der letzten Grenze angekommen.“
Zwölf Bischöfe, hunderte Priester, Menschen, deren Lebensbahn mit der von Bischof Wagner in Berührung kam, waren da. Menschen, die von ihm gefirmt wurden, die bei ihm ministriert haben, Wegbegleiter in einer der vielen Aufgaben.
Auszüge aus der Predigt und aus den Traueransprachen:
„Wir sehen Erzbischof Wagners Leben auch als Erbe und Auftrag an. Jeder, der seine Zuwendung und Hilfe erfahren hat, ist wie er berufen, über Grenzen hinweg Menschen die Hand zu reichen und ihnen durch sein Verhalten zu beweisen: ,Meine Liebe gehört euch allen in Christus Jesus.‘“ Bischof Maximilian Aichern
„Ein Lebensprinzip Bischof Wagners war: sich bewegen lassen von allem, was Menschen betrifft, und selbst beweglich zu bleiben im Sehen, Urteilen und Handeln. Die Katholische Aktion wird versuchen, das zu bleiben, was Erzbischof Wagner war: ein starkes Stück Kirche.“ Margit Hauft, KA-Präsdentin
„Erzbischof Wagner ist am internationalen Parkett genauso zu Hause gewesen, wie im persönlichen Kontakt mit Mitmenschen, die sich in einer konkreten Sorge an ihn um Rat und Hilfe gewandt haben. ... Ich danke Erzbischof Wagner namens aller Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher für seine Arbeit.“ Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer