„Bauernhofgarantie“, „Fleisch vom Bauernhof XY“, „garantiert ...“ – der Konsument ist kritischer geworden. Er will wissen, woher das Fleisch kommt, das er kauft. Aber ist diese Information überhaupt möglich?
Mit der „Bauernhofgarantie“ wirbt eine Supermarktkette. Auf den abgepackten Fleischportionen sind Name und Adresse des Bauernhofes aufgedruckt, der das Fleisch geliefert hat. Ist es überhaupt möglich, das Stück Fleisch im Kühlregal einem landwirtschaftlichen Betrieb zuzuordnen?
„Es ist möglich“, sagt der Pressesprecher der Agrarmarkt Austria (AMA), Oskar Wawschinek. Die AMA hat mit vielen Fleischhauern und Märkten einen Kontrollvertrag, nicht aber mit jener Kette, die die „Bauernhofgarantie“ abgibt. Einer der von AMA kontrollierten Betriebe ist zum Beispiel der „Winkler-Markt“ mit seinen Standorten in Linz-Auhof, Altenberg und Gramastetten.
Vom Hof zum Schlachthof
Der Winkler-Markt garantiert, „dass bei uns nur Rindfleisch aus Stallungen von unseren Altenberger Bauern angeboten wird. Das garantieren wir durch unseren AMA-BOS-Vertrag zur Sicherung der Rindfleisch-Kennzeichnung“. Das im Winkler-Markt angebotene Fleisch ist vom Fleischermeisterbetrieb Traunmüller in Altenberg.„Bos“ ist der lateinische Name für Rind. Rind ist unser „Warenfluss“-Beispiel. AMA-Pressesprecher Wawschinek erklärt, warum auch eine große Handelskette punktgenau garantieren kann, dass das eben gekaufte Gulaschfleisch vom Bauernhof XY aus N. stammt:
Tiere haben Pass
Jedes Kalb muss innerhalb von sieben Tagen nach der Geburt in die zentrale Datenbank gemeldet werden. Es bekommt zwei Ohrmarken. Jeder Ortswechsel ist zu dokumentieren und ist in der Rinderdatenbank der AMA nachzuvollziehen. Kommt das Tier in den Schlachthof, hat es einen „Viehverkehrsschein“ oder „Tierpass“ mit seinen Daten dabei. Der Tierarzt nimmt die Tierbeschau am lebenden Tier vor und prüft, ob Ohrmarken und Dokumente übereinstimmen. Der Tierarzt hat auch zu entscheiden, ob ein BSE-Test zu machen ist. Wird das Tier keinem BSE-Test unterzogen, wird der Kopf des Tieres nach der Schlachtung vom Tier getrennt. Eine Ohrmarke bleibt am Kopf, die andere kommt zum Körper. Dieser wird gehälftet und jede Hälfte mindestens viermal gestempelt (Schlachtnummer muss mit Ohrmarke übereinstimmen). Die Tierhälften werden in zuordenbaren Schritten portioniert (Zerlegeprotokoll). Wird kein Fehler gemacht (der Nachweis ist allerdings aufwendig), kauft der Konsument Fleisch, das in einer lückenlos aufgezeichneten Kette vom Bauernhof ins Kühlregal kam.
Bei sehr regionsbezogenen Betrieben wie dem Winkler-Markt, der ausschließlich von einem Fleischhauer sein Frischfleisch bezieht, der wiederum von genau zwölf Bauern beliefert wird, ist dieser Rückschluss erheblich leichter zu machen.
Info auf dem Eierkarton
Am Geschmack eines Eies kann man kaum erkennen, unter welchen Bedingungen das Huhn das Ei gelegt hat. Auf den Eierkartons sind Angaben, die hierüber Aufschluss geben. Nur was bedeuten sie?
Freilandhaltung
„Eier aus Freilandhaltung“ bedeutet, dass pro Huhn mindestens zehn Quadratmeter Auslauffläche im Freien zur Verfügung stehen.
Intensive Auslaufhaltung
Die Legehühner haben immerhin jeweils zweieinhalb Quadratmeter Platz im Freien zum Scharren und Picken.
Bodenhaltung
Hier werden die Hühner im Stall gehalten. Sieben Tiere teilen sich einen Quadratmeter. Ein Drittel der Stallfläche soll, so die Vorschrift, mit Streu bedeckt sein.
Volierenhaltung
Je 25 Hühnern muss mindestens ein Quadratmeter Stallfläche zur Verfügung stehen. Auch sind Sitzstangen vorgeschrieben.
Keine Angabe
Dann sind es wahrscheinlich „Batterie-Eier“. 22 Tiere leben auf einem Quadratmeter, haben keine Sitzstange. In Deutschland ist dies das Los von 60 Millionen Legehennen.