Die Stimmen werden ausgezählt. Auf dem Bild in der Pfarre Steyrling.
Im Schnitt 43,5 Jahre – um ein Jahr älter als bei der letzten Wahl, fast jeder Zweite davon ein Neueinsteiger oder eine Neueinsteigerin –, so präsentieren sich Oberösterreichs Pfarrgemeinderäte nach der Wahl vom Sonntag, 17. März 2002.
In 443 von 486 Pfarren, die bis Montag ausgezählt waren, haben 226.307 Personen insgesamt 2.460 (49 %) Frauen und 2.512 (51 %) Männer gewählt. Es war ein ruhiger Wahlsonntag. Viele Pfarren hatten mit Bangen der Wahl entgegengesehen, doch die meisten zeigten sich nach der Wahl erleichtert: Wir haben einen guten Pfarrgemeinderat. Nur drei Pfarren hatten in Oberösterreich den Wahltag auf einen späteren Termin verschoben.
Während in den Landpfarren die Wahlbeteiligung weit über der Zahl der Gottesdienstbesucher/innen lag, ließen sich in den Großstadt-Pfarren die Leute nicht so leicht für die Wahl motivieren. Dort war die Wahlbeteiligung oft unter zehn Prozent.
Neue Generation am Zug
28 Prozent der Wahlberechtigten haben sich an der Pfarrgemeinderats-Wahl am Sonntag, 17. Jänner in Oberösterreich beteiligt, drei Prozent weniger als bei der Wahl 1997.
96,9 Prozent in Obermühl, 93,5 in St. Ägidi, 91 Prozent in Kollerschlag. Das sind die Spitzenreiter mit der höchsten Wahlbeteiligung bei der Pfarrgemeinderats-Wahl vom letzten Sonntag. Doch die Ergebnisse waren recht unterschiedlich: 3,4 Prozent nutzten in Steyr-Stadtpfarre ihr Wahlrecht, 3,6 in Linz-Hlgst. Dreifaltigkeit und 4 Prozent in Haid. Diese Pfarren stehen auf der anderen Seite der Skala. Vor allem in großen Stadtpfarren ist die Wahlbeteiligung niedrig gewesen<.p>Während in Landpfarren zumeist deutlich mehr Leute zur Wahl gingen, als sonst zum Gottesdienst kommen, liegt die Wahlbeteiligung in den Großstadt-Pfarren unter den Gottesdienstbesuchs-Zahlen.
Besonders hoch war die Wahlbeteiligung in Pfarren mit Briefwahl. Interessant auch das Beispiel St. Georgen im Attergau: Hier konnten alle Gefirmten ab 14 Jahre wählen. Tatsächlich hat jede/r dritte Jugendliche diese Möglichkeit genutzt.
47 Prozent der gewählten Pfarrgemeinderäte sind neu in diesem Gremium. Oft sind es Leute, die bisher wenig in das Pfarrgeschehen eingebunden waren. In vier Pfarren – Kremsmünster, Moosbach, Kirchschlag und Haag a. H. – sind alle Gewählten neu im Pfarrgemeinderat. In Stadl-Paura, Obermühl, Schneegattern und Schönering arbeitet das bisherige Team weiter.
Knapp die Hälfte der gewählten Pfarrgemeinderäte sind Frauen, nämlich 49 Prozent. Das sind um 3 Prozent mehr als bei der letzten Wahl.
Bei der Wahl im Jahr 1997 war das Durchschnittsalter der Gewählten allerdings um ein Jahr niedriger.
Matthäus Fellinger
ZUR SACHE
Schulung für neue Pfarrgemeinderäte
Speziell für die hohe Zahl der erstmals im Pfarrgemeinderat vertretenen Männer und Frauen bietet das Referat für Pfarrgemeinderäte Einführungsabende an: Worauf habe ich mich eingelassen – und was erwartet mich als Pfarrgemeinderat? Welche Arbeitsfelder gibt es in diesem Gremium? Das sind Fragen, um die es dabei geht.
Referenten bei diesen Einführungsabenden sind Josef Weichselbaumer oder Mag. Hans Putz.
Diese Informationen und Hilfestellungen zur persönlichen Klärung gibt es zu folgenden Terminen: Linz-Christkönig: Mittwoch, 3. April 2002 Ried-St. Franziskus: Mittwoch,10. April 2002 Greisinghof: Donnerstag, 11. April 2002 Kremsmünster (Pfarrsaal): Freitag, 12. April 2002 Puchheim Maximilianhaus: Freitag, 12. April 2002
Den „erfahrensten“ Pfarrgemeinderat hat die Innviertler Pfarre Mauerkirchen aufzuweisen. Das Durchschnittsalter beträgt dort 57 Jahre. Mit St. Peter a. H. (56), Mattighofen (56) und St. Willibald (55) folgen weitere Innviertler Pfarren auf den nächsten Plätzen, was das Durchschnittsalter betrifft.
Mit dem jüngsten Pfarrgemeinderat tritt die Mühlviertler Pfarre St. Thomas am Blasenstein an. Gerade 31,4 Jahre beträgt dort das Durchschnittsalter. Auch in Wendling (33), Weilbach (34) und Pramet (34,5) arbeiten junge Teams mit ihren Seelsorgern.