Eine Stätte der Menschenverachtung war Schloss Hartheim in der NS-Zeit. Künftig soll es ein Ort der Erinnerung an den Wert des Lebens sein.
Mit einem umfassenden Konzept einer Neugestaltung laufen derzeit die Vorbereitungen auf die Ausstellung „Wert des Lebens“, die 2003 in der Gedenkstätte von Schloss Hartheim eröffnet werden soll. Ein neues Wohnhaus hat Ersatz für die im Schloss befindlichen Wohnungen gebracht.
Der auch im kirchlichen Bereich tätige Künstler Herbert Friedl ist mit der künstlerischen Gestaltung des Gedenkbereiches betraut worden. Menschliches Leid – so Friedl – soll dabei nicht durch künstlerische Gestaltung zur gehobenen Unterhaltung werden. Er möchte daher die Vernichtungsanlage des Dritten Reiches nicht rekonstruieren, sondern die „Leere“ sprechen lassen.Die Ausstellung „Wert des Lebens“ soll die Haltung der Gesellschaft behinderten Menschen gegenüber, seit dem 19. Jahrhundert bis heute, aufzeigen. Neben der Gedenkstätte und der Ausstellung wird in Hartheim auch eine Dokumentationsstelle entstehen sowie eine Galerie der Kunst behinderter Menschen.
Geschichten vom Schweigen
Der Künstler Herwig Strobl hat für die Ausstellung „Wert des Lebens“ in Hartheim einen Kompositionsauftrag erhalten. Er wird diesen zum Thema „Schweigen“ ausführen und lädt die Kirchenzeitungsleser/innen ein, ihm Geschichten des Schweigens zu schicken. Die vielen Aspekte des Schweigens, Verschweigens und Totschweigens sollen eventuell in einem Sammelband erscheinen. Die Geschichten, so Strobl, sollen das Gefühl stärken, „dass wir nicht allein sind in unserer Schweigegesellschaft.“