Ein jüdischer Emigrant wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Verdrängen, Erinnern, Scheitern ist Thema im Film „Gebürtig“.
Jüdisches Leben im Wien der 80er Jahre – die Gegenwart, die gnadenlos zurückführt in die Vergangenheit. „Müssen wir Verzweifelte sein?“, fragt der jüdische Kabarettist Danny Demant, der im Film als Erzähler fungiert. „Gebürtig“ erzählt die Geschichte des jüdischen Emigranten Hermann Gebirtig, der sich wehrt in die „Schlangengrube“ Wien zurückzukehren, die Stadt seiner Kindheit. Gebirtig (Peter Simonischek) könnte einziger Zeuge sein im Prozess gegen einen KZ-Aufseher, den „Schädelknacker“ von Ebensee. Einer Journalistin gelingt es, Gebirtig nach Wien zu bringen. Die Rückkehr befreit Gebirtig zunächst von der Last der Vergangenheit. Der „Schädelknacker“ wird mangels an Beweisen freigesprochen. Gebirtig verlässt Wien fluchtartig.
Zum Film: Verwirrend sind die zahlreichen wechselnden Schauplätze, erschütternd die Schicksale der Menschen, beklemmend die Szenen von Dreharbeiten für einen KZ-Film und die Rückblenden. Ein Film mit Humor und Tiefgang, ohne Pathos. Regie: Lukas Stepanik, Robert Schindel.