Bild: Maria Dauser, die sich um den Kirchenschmuck kümmert, beim Ausräumen der Sakristei. In Ebensee wird umgebaut. Wortgottesdienste werden im Pfarrheim gefeiert, Sonntagsmessen in der Filialkirche in Roith. Ein Busunternehmen übernimmt den Taxidienst dorthin kostenlos. Der Bus ist immer voll.
Der Altar rückt in der Pfarrkirche Ebensee in die Mitte.
Seit 1999 wird die Pfarrkirche Ebensee renoviert. Die Außenrenovierung ist abgeschlossen, inzwischen wird im Inneren der Kirche gearbeitet. „Wir sind vor der Frage gestanden, ob wir nur ausmalen möchten und Licht- und Lautsprecheranlage neu anschaffen, oder ob wir die Kirche nach dem II. Vatikanum umgestalten“, erklärt Dechant Pfarrer Alois Rockenschaub. Die Überlegungen zur Neugestaltung wurden in einem Gutachten der Diözese überprüft und positiv bewertet.
Kreuz im Grundriss
Die Pfarrkirche wurde 1729 geweiht. Patron ist Josef der Arbeiter (Fest am 1. Mai). Seit der Erweiterung im Jahr 1910 hat der Grundriss die Form eines Kreuzes. „Die Kirche eignet sich dazu, Altar, Ambo und Sedes in die Mitte zu rücken. Der Tisch des Wortes und der Tisch des Brotes sind dann in der Mitte,“ sagt der Pfarrer.
Die feiernde Gemeinde sitzt in Blöcken um den Altar. Statt der bisher 600 Sitzplätze wird es nur noch 450 geben, genug für den Sonntagsgottesdienst. Die frühere Sakristei wird erweitert und zu einem kleinen Feierraum umgestaltet. Hier sollen Wochentagsgottesdienste, Abendgebete und die gesungene Vesper Platz finden. Der Raum ist außerdem gedacht für Kindergottesdienste und das Rosenkranzgebet. Der Taufstein war bisher in einer Seitenkapelle untergebracht und nicht sichtbar. Er wird in den Kirchenraum wandern. „Dem Liturgie-Ausschuss der Pfarre kommt jetzt eine ganz große Bedeutung zu“, ist sich Pfarrer Alois Rockenschaub bewusst. Eine Frage, die sich stellt, ist zum Beispiel: Wo sitzen die Lektoren und Kantoren? „Wir haben jetzt die Chance, das neu zu ordnen, so der Pfarrer. Geplant ist auch eine Chororgel, damit der Chor bei den Feiernden sein kann.
Gewohnheiten verlassen
Der Pfarrgemeinderat war sich über die Neugestaltung einig. Natürlich hat es in Ebensee auch Gegenstimmen gegeben. „Für manche ist es schwierig, sich auf Neues einzustellen oder Gewohntes zu verlassen – auch im Glauben“, ist sich Rockenschaub bewusst. „Ich glaube, der Gottesdienstraum prägt einen Menschen mehr als eine Predigt. Jemand hat schon gesagt: ‘Da muss ich ja die anderen anschauen!’“ Der Pfarrer hat mit Gegner/innen persönlich gesprochen. Er ist überzeugt davon, dass er seine Pfarre gut vorbereitet hat. Allerheiligen soll die Pfarre schon in der „neuen“ Kirche feiern.