Sie war nicht vorhersehbar, ist aber sehr erfreulich: die Aufbruchstimmung unter den neuen Pfarrgemeinderäten.
Von den gewählten 4972 Pfarrgemeinderäten ist rund die Hälfte erstmals in dem Gremium. Um die „Neueinsteiger“ auf ihre Aufgaben vorzubereiten, lud das diözesane Referat für Pfarrgemeinderäte (PGR) zu Einführungsabenden. Exakt 406 Männer und Frauen – aus 99 Pfarren der Diözese – kamen, jede/r fünfte Neue/r nahm daran teil.
Kirche mittragen
Vermutlich liegt ein wichtiger Grund in der sehr realistischen Sicht der Personalsituation, so das diözesane PGR-Team über den Zulauf zu den Treffen: „Die Pfarrgemeinderäte sind sich bewusst, dass es nicht anders geht, als dass die Kirche alle mittragen.“ Bei allen Schulungsabenden wurde von den Teilnehmern die Frage gestellt, welche Aufgaben auf einen Pfarrgemeinderat zukommen, wenn ein Priester in Pension geht und kein Pfarrer mehr nachkommt. Ein Szenario, das in den kommenden Jahren nicht wenige Gemeinden treffen wird. Den Ehrenamtlichen der Pfarre ist klar, dass sie in einer solchen Situation für längere Zeit besonders gefordert sind.
Auch die kirchliche Großwetterlage rund um die Wahlen hat ein gutes Klima für den Start in die neue PGR-Periode erleichtert, analysiert das PGR-Team: „Kein medienbeherrschender Kirchenskandal und ein klares Votum der Diözeanleitung zur Unverzichtbarkeit der Pfarrgemeinderäte.“
Damit die Pfarrgemeinderäte nun effektiv arbeiten können, erstellte das PGR-Referat gemeinsam mit dem Katholischen Bildungswerk ein neues Weiterbildungskonzept. Künftig werden nicht nur einzelne Fortbildungsveranstaltungen angeboten, sondern ein gesamtes Programm. Stehen am Beginn der fünfjährigen Periode Themen wie Gruppenleitung und Kommunikation am Plan, werden Hilfen für die Projektarbeit und für die Entwicklung des Seelsorgeraums folgen. Die Veranstaltungen dienen der fachlichen Weiterbildung, sind aber auch eine Hilfe für die persönliche Entwicklung von ehrenamtlichen Mitarbeitern/innen der Kirche. Und vor allem Seelsorge an den Pfarrgemeinderäten.