Ausgabe: 2002/18, St. Florian, Glocken, Ehrl, Baumgartner, Reparatur, Geschichte
29.04.2002
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Bild: Der Florianer Chorherr Mag. Harald Ehrl (links) und Stiftspfarrer Rupert Baumgartner (rechts) sind froh, dass das Werk ohne Zwischenfälle geschafft ist: Vergangenen Mittwoch wurden mit einem Kranwagen sieben Glocken vom Südturm der Stifstkirche St. Florian gehoben. Die Glocken werden zur „Reparatur“ nach Bayern gebracht. Foto: Josef Wallner
In vielen Pfarren des Landes fielen die Glocken dem ersten und oft auch dem zweiten Weltkrieg zu Opfer. Sie wurden eingeschmolzen und das Metall für die Rüstungsindustrie verwendet. Die Glocken des Stiftes St. Florian sind diesem Schicksal entgangen. Sie stellen das historisch bedeutsamste Geläute Österreichs dar. Sechs der elf Glocken wurden in den Jahren 1300 bis 1319 gegossen. Dass bei den Glocken, die seit fast 700 Jahren täglich mehrmals läuten, bei den Anschlagstellen der Klöppel Abnützungserscheinungen auftreten, kann man sich vorstellen. Deshalb werden nun bei mehreren Glocken Schlagringe aufgeschweißt. „Diese Glocken werden nicht vor 2005 einsatzbereit sein“, meint der Chorherr Harald Ehrl. Er koordiniert die Arbeiten und ist nicht nur Novizenmeister und Stiftskaplan, sondern auch ein Glockenexperte. Er gehört dem von der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche Deutschlands beschickten Beratungsausschuss für das deutsche Glockenwesen an.