Bild von oben links nach unten: Franz Wohlschlögl überstellte vor 50 Jahren mit einem 100 PS starker „Hanomag“, Baujahr 1942, in einer zweitägigen Fahrt die Pummerin nach Wien. Mit dem Originalfahrzeug und einer nachgegossenen „Pummerin“ feierte er das Glockenfest in Linz mit. Der Guss der Pummerin gelang damals erst beim zweiten Versuch. Sie wurde zum Teil aus dem Material der im Krieg zerstörten Vorgänger-Glocke gegossen.
Dompfarrer Dr. Maximilian Strasser, Bundesratsvorsitzende Uta Barbara Pühringer, Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Hofrat Mag. Erwin Garstenauer, von der Kulturabteilung des Landes Oberösterreich und Generalvikar Mag. Josef Ahammer.
Zahlreiche Gäste verfolgten am Samstag Abend den Festakt anlässlich der zugleich gefeierten Übergabe der Pummerin an die Erzdiözese Wien.
Goldhaubenfrauen aus Linz und Oberösterreich.
Das seltene Ereigniss eines Glockengusses war beim Fest zu erleben, vorbildlich organisiert vom Glocken- und Orgelreferenten Siegfried Adlberger.
Bilder rechts von oben nach unten: Generalvikar Mag. Josef Ahammer, Landeshauptsmann Dr. Josef Pühringer und Dompfarrer Dr. Maximilian Strasser bei ihren Festansprachen.
Fotograf: Franz Maria GlaserEine Glockenklangwolke aller Linzer Kirchen „gratulierte“ den Linzer Domglocken letzten Samstag zum 100-Jahr-Jubiläum. Die Kirche von Linz war Samstag, Sonntag unüberhörbar.
Der Linzer Mariä Empfängnis-Dom stand am Wochenende im Zeichen der 100-Jahr-Feier der Weihe der Domglocken und des Turmkreuzes. Eingebettet in dieses vielfältige und bunte Programm gedachte das Land Oberösterreich bei diesem Fest auch der vor 50 Jahren erfolgten Übergabe der Pummerin an den Wiener Stephansdom.
Beim Festhochamt im Dom am Sonntag Vormittag - umrahmt von Franz Schuberts Messe in Es-Dur - bezeichnete der Linzer Diözesanbischof Maximilian Aichern die Glocken als Zeichen der Gemeinschaft, der Zusammenarbeit und des Zusammen-Feierns.„Sie sind eine Stimme der Kirche mitten im Trubel der Stadt. Sie verkünden, dass Gott da ist, dass er uns einlädt, dass er unser Leben begleitet. Wir dürfen als Christen auch geistig ‘Glocken’ sein: Gottes Botschaft leben und verkünden, andere Menschen einladen, zur Kirche führen“, so Bischof Aichern.
Das Weihejubiläum der Domglocken und des Turmkreuzes begann am Samstag Abend mit einem Orgelkonzert. Mit den von Wolfgang Kreuzhuber und Heinrich Reknagel gespielten Orgeln des Domes verbanden sich schließlich die Domglocken zum gemeinsamen „Konzert“. Als Geburtstagsständchen für die Domglocken wurde von den hunderten Zuhörern ein „Glockenkanon“ von Prof. Wolfgang Fürlinger Glocken aller Linzer Kirchen an. Beim anschließenden Festakt auf dem Domplatz wurde der vor 50 Jahren erfolgten Übergabe der „Pummerin“-Glocke an den Wiener Stephansdom gedacht. Der Wiener Erzbischof Kardinal Dr. Christoph Schönborn hatte dazu eine Grußbotschaft übermittelt. „Noch heute kann man nachempfinden, mit welcher Freude und Begeisterung ganz Österreich die Reise der Pummerin, der ‚bronzenen Königin Österreichs‘, von Linz nach Wien erlebt hat“, schrieb Kardinal Schönborn. Bei jedem Läuten der Pummerin schwinge auch die Erinnerung an das Bundesland Oberösterreich mit.
Symbol des Friedens
Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer erinnerte bei dem Festakt daran, dass die neue Pummerin aus den Trümmern der im Krieg zerstörten alten Pummerin gegossen wurde. Als Symbol des Friedens habe die Pummerin vor 50 Jahren den Menschen wie eine Stimme der Freiheit erschienen. Keine Glocke der Welt könne so bedeutungsvoll vom Frieden künden, wie sie.
Namens der Diözese Linz sagte Generalvikar Mag. Josef Ahammer, unser Land sei dankbar, dass die Linzer Domglocken seit hundert Jahren unbeschädigt erklingen und dass die Pummerin seit 50 Jahren bisher jedes neue Jahr als ein Jahr des Friedens in Österreich eingeläutet hat. Mit dem Schauguss einer Jubiläumsglocke durch die Passauer Glockengießerei Perner auf dem Domplatz ging die abendliche Feier für Domglocken und Pummerin zu Ende.