Sierra Leone zählt zu jenen Ländern, über die im letzten Jahrzehnt in Europa nur berichtet wurde, wenn der Bürgerkrieg wieder einmal besonders eskaliert ist. Seit Monaten gäbe es aus dem Westen Afrikas jedoch auch Positives zu melden. Tausende, vor allem Kindersoldaten, haben ihre Waffen abgegeben. Nach der Präsidentschaftswahl hat nun vergangene Woche die Wahrheitskommission ihre Arbeit begonnen. Die Opfer sollen hier zu Wort kommen. Nach dem Durchbrechen der Gewaltspirale stellt das siebenköpfige Gremium einen weiteren Meilenstein im Friedensprozess dar. Die Sache hat nur einen Haken. Von den für diese Versöhnungsarbeit jährlich erforderlichen elf Millionen Euro hat die Staatengemeinschaft erst eine Million zugesagt. Am Krieg und den Blutdiamanten aus Sierra Leone hat der Norden jedoch viel mehr verdient als diese lächerliche Summe.