„Die Kirche muss ein Ort des Aussteigens aus der Kette der Unterdrückung und Gewalt sein!“ Das hat der evangelische Theologe Milton Schwantes bei der Studientagung von Missio Austria und evangelischem Arbeitskreis für Weltmission im Kärntner Bildungshaus Tainach/Tinje gefordert. Die Option für die Armen, so der Brasilianer, sei nicht die Kritik an den Reichen, sondern „die Begegnung mit den Löchern und Abgründen dieser Welt – mit den Armen.“ Denn: „Der stinkende Geruch der Armen ist das Parfüm Gottes!“
Die in Harare tätige Sozialwissenschafterin Joyce Kazembe, Beraterin der katholischen Bischofskonferenz Simbabwes, rückte das südafrikanische Land in den Mittelpunkt: 60 Prozent sind arbeitslos, jede/r Vierte aidsinfiziert, 5,5 Millionen Menschen akut von Hunger bedroht und die Lebenserwartung ist auf 40 Jahre gesunken. „Die Predigten über Sexualmoral haben uns nicht viel geholfen. Wir brauchen massive finanzielle Unterstützung. Ein ganzer Kontinent stirbt, und die ,Erste Welt‘ schaut zu“, prangerte Kazembe die Haltung an. Gottfried Merny vom evangelischen Arbeitskreis für Weltmission: „Es liege an den Kirchen, alle zivilgesellschaftlichen Kräfte für eine glaubwürdige Zusammenarbeit gegen die weltweite Armut zu aktivieren.“