Wien. Als „Ansichten alter Nazis“ hat die katholische Zeithistorikerin Erika Weinzierl die Aussagen von FPÖ-Volksanwalt Ewald Stadler im ORF-„Report“ bezeichnet. Stadler hatte die Vier-Mächte-Besatzung ab 1945 auf eine Stufe mit dem NS-Regime ab 1938 gestellt. Zuvor hatte der „Feuerredner“ bei einem Sonnwendfeuer erklärt: „1945 – und das ist zur Staatsideologie geworden – sind wir angeblich vom Faschismus und von der Tyrannei befreit worden“. GegenüberKathpress sagte Prof. Weinzierl, als Volksanwalt sei Stadler „wirklich deplaciert“. Zu dem von ihm oft hervorgekehrten katholischen Glauben sagte sie, in der Kirche dürften seine Ansichten zu 1945 jedenfalls „keinen Platz haben“.
EU-Parlament für Abtreibung
Europäische Union. Die katholischen Bischofskonferenzen in der EU üben Kritik an der Forderung des EU-Parlaments nach liberaleren Abtreibungsgesetzen. In Straßburg war am 3. Juli ein umstrittener „Bericht über sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte“ mit 280 gegen 240 Stimmen bei 28 Enthaltungen verabschiedet worden, in dem die EU-Staaten aufgerufen werden, den Schwangerschaftsabbruch für Frauen „legal, sicher und für alle zugänglich“ zu machen. Vor dem Parlamentsgebäude hatte eine kleine Gruppe von Lebensschützern gegen das Votum protestiert.
Todesstrafe: ein Verstoß
USA. Nach Ansicht eines New Yorker Bezirksgerichtes verstößt die Todesstrafe gegen die US-Verfassung. Ein solches Urteil nehme „unschuldigen Menschen eine bedeutende Möglichkeit, ihre Unschuld zu beweisen“, urteilte Richter Jeb Jakoff. Die Entscheidung könnte Auswirkungen auf die Rechtsprechung in mehreren Bundesstaaten haben.
Trauer:
Ein Mädchen entzündet in Überlingen Kerzen für die 71 Opfer der Flugzeugkatastrophe über dem Bodensee. In 13.000 Metern stießen ein russisches und deutsches Flugzeug zusammen. Als Ursache gelten Fehler Schweizer Fluglotsen. Die Mehrzahl der Opfer waren Jugendliche aus der Teilrepublik Baschkirien, die wegen guter Schulnoten zum Urlaub nach Spanien fliegen sollten.