König Salomon, der die Königsherrschaft seines Vaters David in jungen Jahren übernahm, zeichnete sich durch seine große Weisheit und Gerechtigkeit aus. Ihm war eine große Sensibilität geschenkt, die ihn offen machte für Gefühle, für Unbewusstes. So versteht sich auch sein Gespür, auf die Stimme Gottes in seinem Traum zu vertrauen. Diese Stimme ermöglichte ihm, vor Gott eine Bitte auszusprechen, die ihm auch gewährt würde. Das Wissen um die rechte Bitte beweist Salomon, als er sich ein hörendes Herz wünscht, um seine Aufgabe als König in Gerechtigkeit und Weisheit ausüben zu können. Mit dem weisen und verständigen Herzen schenkte Gott seinem Vertreter auf Erden Einsicht in die Unterscheidung von Gut und Böse, Recht und Unrecht. Dieses Geschenk kam dem ganzen Volk zugute und verherrlichte zugleich Gott als Geber.
Paulus erklärt uns, dass Gott bei denen alles zum Guten führt, die Gott lieben, die für Gott ihr Herz öffnen und Gott in ihr Leben einlassen. Auf dem Weg dorthin sind wir jedoch gefordert: wir müssen nach den wahren Werten suchen, Schätze, die im eigenen Boden, im Dunkeln, also unter der äußeren Hülle, verborgen sind, entdecken und heben. Wir müssen auf der Suche sein nach der Perle, einem Naturereignis, das aus Schmerz und Leid zur Einzigartigkeit erwuchs und aus dem Wasser des Lebens, aus den Quellen der Tiefe, aus der Seele stammt. Wir müssen auch aktiv daran arbeiten, indem wir Netze auswerfen, tätigen Einsatz leisten, die Fülle auch an Land ziehen, und das Unterscheiden von Werten, von dem was gut und dem was böse ist, nicht scheuen.
Jesus versprach uns ebenso, dass wir empfangen, was wir erbitten. Das heißt, dass wir vermehrt um die Gabe bitten sollten, Gottes bedingungslose Liebe in unser Herz aufnehmen zu können. Antworten wir auf diese Liebe Gottes, so ist unser Lohn groß. Wir können dann teilhaben an seinem Himmelreich.
Was dem Himmelreich dient, wird von uns erworben, zum eigenen Besitz gemacht, verinnerlicht; was uns davon abhält oder weglockt, wird verkauft, abgelehnt, vernichtet. Voraussetzung dies zu unterscheiden ist das hörende und weise Herz, das von Gott erbeten wurde. Mit diesem Herzen, so spricht Jesus, können selbst jene, die bislang selbstgerecht waren, das irdische Reich zum Wohle der Menschen, zum Wohle Gottes verwalten. Gott kennt uns im Voraus, liebt uns im Voraus, beruft uns und wenn wir dem göttlichen Ruf folgen, dann macht Gott uns gerecht. Wer aber gerecht ist vor Gott, wird verherrlicht.