In der katholischen Kirche in Österreich sollen in jeder Diözese Beratungsstellen für wiederverheiratete Geschiedene eingerichtet werden. Diese Empfehlung wird in einer „Orientierungshilfe für geschiedene und wiederverheiratete geschiedene Gläubige“ ausgesprochen. In den Diözesen Linz und Innsbruck gibt es bereits in den Dekanaten speziell ausgebildete Priester, die Menschen in Scheidung, Geschiedenen und Wiederverheirateten zum Gespräch zur Verfügung stehen. Die „Orientierungshilfe“ ist im Österreichischen Pastoralinstitut als weitere Folge der Schriften zum „Dialog für Österreich“ publiziert worden. In ihr sind die Ergebnisse einer Dialog-Arbeitsgruppe unter der Leitung von „Familienbischof“ Klaus Küng nach deren Genehmigung durch die Glaubenskongregation nun publiziert worden. Besonderen Wert legt die „Orientierungshilfe“ auf das seelsorgliche Gespräch, das den Betroffenen hilft, ihre Situation und das Scheitern ihrer Ehe zu klären. Kirchliche Ehegerichte sollen aufgestockt, Einrichtungen zur Mediation in Krisen oder „Rainbows“ für Scheidungskinder sollen unterstützt werden. Ausdrücklich verneint wird die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener (ohne Eheannullierung) zu den Sakramenten. Das würde die Unauflöslichkeit der Ehe in Frage stellen.