Training als gezielte Form von Bewegung wird zunehmend als Therapieform verwendet. Die großen internationalen medizinischen Gesellschaften und die Weltgesundheitsorganisation WHO geben zum Beispiel bei Hochdruck- und Zuckerpatienten Training als Basis der Behandlung vor. Erst wenn gezieltes Training nicht den gewünschten Therapie-Erfolg bringt, sollen zusätzlich Medikamente eingesetzt werden.Damit ein Training entsprechend wirkt, muss es wie ein Medikament genau dosiert eingesetzt werden (Trainingsart, -intensität, -umfang und die Zahl der Trainingseinheiten pro Woche). Dies ist vor allem für Personen, welche sich bisher nur sehr wenig bewegt haben, nicht leicht und unter Umständen auch mit einem gewissen Risiko verbunden (z. B. Überanstrengung, Blutdruckkrisen). Diese Menschen sollten mit ihrem Arzt darüber sprechen. Um Training als Therapie genau zu lernen, werden künftig in ambulanten cardiologischen Rehabilitationszentren Kurse veranstaltet – vorerst in den Landeshauptstädten.Wer zwei bis drei Monate unter Anleitung und Überwachung trainiert hat, weiß nicht nur, wie es geht, sondern spürt auch schon, warum er damit nie wieder aufhören darf: Das Training hat zum Leistungszuwachs geführt, das Wohlbefinden nimmt zu, die Befunde werden besser und – idealer weise – auch Zahl und Dosis der Medikamente verringern sich.