EXODUS – Fotografien von Sebastião Salgado – in Linz und Ottensheim
Ausgabe: 2002/30, Exodus, Salgado, Flüchtling;
23.07.2002
- Matthäus Fellinger
Rund 100 Millionen Migrant/innen sind irgendwo auf der Welt unterwegs. Exodus ist die erste umfangreiche bildliche Studie zur Dokumentation des globalen Phänomens der Massenmigration. Sebastião Salgado zeigt Bilder von Wanderungsbewegungen. Bilder der Armut, der Unterdrückung, der Verfolgung von Minderheiten. Bilder religiöser Konflikte. Bilder des Krieges. Bilder von Menschen auf der Flucht.
Bis heute ein Flüchtling
Sebastião Ribeiro Salgado wurde 1944 in Aimorés, Brasilien, geboren und lebt seit 1969 in Paris. Er ist Fotograf aus Überzeugung. Das große Vorbild für den Autodidakten ist der englische Fotograf Bill Brandt. Wie Brandt wollte Salgado soziales Engagement und ästhetisches Kalkül miteinander verbinden. Zu seinem Projekt Exodus hat ihn sein eigenes bewegtes Leben animiert. Salgado stammt aus einem Dorf im ländlichen Staat Minas Gerais in Brasilien. Als er fünf war, zog seine Familie in die Kleinstadt Aimorés. Als Teenager ging er nach Vitória, der Hauptstadt des Bundesstaates Espírito Santo, um dort die Schule zu beenden und mit dem Studium zu beginnen. Und nachdem er seine Frau Lélia kennen gelernt hatte, zogen sie in eine Großstadt, São Paulo. Mit jedem Schritt geriet er tiefer in das Dickicht der Städte. 1969, in Brasilien herrschte die Militärdiktatur, zogen die beiden nach Europa, um hier das Leben von Flüchtlingen zu führen. Nach drei Jahrzehnt fühlen sie sich immer noch wie in einem fremden Land. Als Fotograf hat er die Orte aufgesucht, an denen die Flüchtlinge unterwegs sind. Gibraltar, Afghanistan, den Norden Mexikos, Afrika und viele andere Schauplätze.Salgado will Menschen sehend machen mit seinen Bildern. In der Schaufenstergalerie von maiz – Hofgasse 11, 4020 Linz, sind die Bilder Salgados bis 22. August zu sehen. In der Pfarrkirche Ottensheim wird die Ausstellung am 26. Juli eröffnet. Sie läuft dann bis 13. September zu sehen täglich von 8 bis 20 Uhr, außer während der Gottesdienste. Die Ausstellung „Exodus“ wurde von „maiz“, dem Autonomen Integrationszentrum von und für Migrantinnen, in Zusammenarbeit mit der Arge Granit, IG Welt Ottensheim sowie Missio Österreich organisiert. mf