Der oberösterreichische Landwirtschaftskammerpräsident Hans Kletzmayr lehnt die Reformvorschläge von EU-Kommissar Franz Fischler ab. Sie würden zu Verlusten beim Einkommen und beim Image der Bauern führen. Erster Stein des Anstoßes ist die geplante Umstellung der Direktförderung. Derzeit bekommen die österreichischen Bauern für ihre Getreideanbauflächen einen fixen Hektarbetrag als Ausgleichszahlung für die gesunkenen Weltmarktpreise; für Stiere und Mutterkühe gibt es eine nach Stück berechnete Ausgleichszahlung. In Zukunft sollen die Bauern auf Basis der Ausgleichszahlungen der letzten drei Jahre eine Betriebsförderung bekommen, unabhängig von ihrer Produktionsleistung. „Das würden in der Bevölkerung viele nicht verstehen, wenn Betriebe ohne entsprechende Leistung auch gefördert würden,“ fürchtet Kletzmayr um das Bauernimage. An die Existenz gingen aber die Pläne, die Direktzahlungen an die Bauern in den nächsten sieben Jahren um 20 Prozent zu senken. In Österreich wären Bauern mit 14,5 Hektar Ackerfläche oder Milchbauern mit elf Hektar (nicht nur die Großen!) bereits davon betroffen, das sind fast alle Vollerwerbs- und auch viele Nebenerwerbslandwirte. Dass das gekürzte Geld über die ländliche Regionalförderung wieder an die Bauern geht, glaubt Kletzmayr so nicht. Es könnte sein, dass damit der Bund und die Länder Geld sparen. Zumindest wollen das die Finanzminister. Außerdem würde Österreich weniger Geld als bisher aus diesem Topf bekommen.