Die Jugend in Toronto feierte Gott und auch den Papst
Das Weltjugendtreffen in Kanada war ein bunter Event mit Tiefgang
Ausgabe: 2002/31, Papst, Jugend, Gott, Weltjugendtreffen, Kanada, Event;
30.07.2002
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
„Dieser Papst mit all seiner Gebrechlichkeit hat eine Faszination auf die Jugend, das ist ein Phänomen“, meinte Bischof Paul Iby beeindruckt vom Weltjugendtreffen in Toronto.
Vergangene Woche stand Kanadas 4,7-Millionen-Metropole Toronto ganz im Zeichen der Jugend. Überall fröhliche Gruppen aus allen Ländern, bunte Fahnen, Gesang. Ein Gemisch an Hautfarben und Sprachen, Begegnung auf vielen Plätzen. Aber auch viel besuchte Orte der Stille in Klöstern, Katechesen in 129 Pfarrkirchen, in denen die jesusanische Grundbotschaft verkündet, aber auch kritische Fragen gestellt wurden. Der Papst habe eine goldene Hand bewiesen, als er diese Weltjugendtreffen initiiert hat, sagte der Religionspädagoge Hans Georg Zieberts. Die moderne „Eventkultur“ müsse auch von der Jugendpastoral genutzt werden. „Dir steht die Liebe ins Gesicht geschrieben, und überall wird von Gott gepredigt.“ Mit diesem Song zur Melodie von „We Will Rock You“ begrüßten 400.000 Jugendliche den Papst auf dem Festgelände. Und die Hymne war wie ein Motto: Sie waren gekommen, um in dieser einmaligen Gemeinschaft ihren Glauben zu stärken, sie waren aber auch gekommen, um mit dem Papst zu feiern. Die 16-jährige Gerda aus Wien meint zur Begeisterung, die Johannes Paul entgegenschlug: „Gerade weil er seine ganze Kraft zusammennimmt, nur um bei uns zu sein, sind viele von ihm berührt. Auch weil er einfach eine Menge ausstrahlt.“
Glücklich sein
Und wieder einmal, schon wie in Paris und Rom, ließ sich der 82-jährige, von Krankheit gezeichnete Papst von den Jugendlichen mitreißen. Ihr Dasein schien ihn aufzurichten, seine bei der Ankunft in Kanada nur schwer verständliche Stimme wurde fest und klar. „Ich umarme euch“, rief er den Jugendlichen zu. „Ich bin zwar alt an Jahren, aber jung im Herzen. Eure Rufe und Lieder habe ich gehört, ebenso das tiefe Verlangen, das in euren Herzen schlägt. Ihr wollt glücklich sein.“ Aber das Glück, so der Papst, bestehe nicht in Geld, Macht und Erfolg. „Richtet vielmehr euer Leben nach der Bergpredigt Jesu aus. Stellt euer Leben in den Dienst der Mitmenschen und werdet Werkzeuge des Friedens, der Gerechtigkeit und der Liebe. Dann werdet ihr zu einem geglückten Leben finden.“