Gottes Liebe stirbt nicht. Das bringt das Fest Mariä Himmelfahrt zum Ausdruck.
Unbeweglich liegt der Leichnam da, die trauernden Jünger versammelt. Maria ist tot. So hat es der Künstler in der romanischen Dominikanerabtei Albugnano in Ton geformt. Doch auf der rechten Seite ein anderes Bild: Mariä Himmelfahrt. Nicht leicht entschwebt sie der Erde. Der Leichnam wird von Engeln berührt und sanft aufgerichtet. Die Totenstarre löst sich. In das fahle Gesicht kehrt die Farbe des Lebens zurück.
Mariä Himmelfahrt wird so zum Fest der Hoffnung für alle Glaubenden. Der Tod ist nicht das Letzte. Maria richtet sich nicht aus eigener Kraft auf aus demTod. Keine noch so tadellose Lebensführung kann den Tod überwinden. Und wäre der Glaube noch so fest, das Grab bliebe nicht aus.
Maria braucht die Hilfe der Engel, die sie emporheben. So hat es der Künstler dargestellt. Gott ist es, der das Leben gibt. „Himmelfahrt“, das ist eine Beschreibung der Liebe Gottes. Es ist nicht so, dass die Verstorbene nun keine Bedeutung hätte. Was wäre von einer Toten, von einer kurzfristigen Erinnerung oder dem Erbe einmal abgesehen, noch zu erhoffen? „Himmelfahrt“, das klingt so leicht, wie ein „Schweben“. Und tatsächlich brechen die Schranken weg, die das Menschsein so schwer gemacht haben: Krankheit, Müdigkeit. Sorgen. Immer wieder Rückfall in Schwächen und Schuld.
Wie es mit Maria geschah, so dürfen es Menschen, die an Gott glauben, auch für sich selber erhoffen: Gott lässt einen Menschen nicht fallen und verkommen. Er hebt ihn auf von der Erde, richtet ihn auf. In der Darstellung von Albugnano sind es die Engel, die diese Gottesliebe „verrichten“. Einander aufzurichten, das ist es, was Menschen auch auf dieser Welt füreinander tun können. Mariä Himmelfahrt bringt den Glauben zum Ausdruck: Gottes Liebe stirbt nicht. In ihr ist Geborgenheit.