Um das Blutvergießen im Heiligen Land zu beenden, hat Papst Johannes Paul II. die internationale Staatengemeinschaft zum Eingreifen aufgefordert. Zugleich rief er israelische und palästinensische Politiker auf, wieder miteinander zu verhandeln. In einem dramatischen Friedensappell sagte der Papst am Sonntag, er leide mit den schuldlosen Opfern, die den Preis der Gewalt im Nahen Osten zahlen. Sie seien Opfer einer „mörderischen Spirale“ der Vergeltung. „Wann wird man endlich begreifen, dass das Zusammenleben zwischen dem jüdischen und dem palästinensischen Volk nicht aus Waffengewalt entstehen kann“, rief der Papst. Johannes Paul bezeichnete die Situation als „humanitäres Drama“, das niemanden gleichgültig lassen dürfe. An die christliche Minderheit richtete er angesichts einer Auswanderungswelle Worte der Ermutigung und der Solidarität. Die Christen würden bestraft, obwohl sie an den Terroraktionen nicht beteiligt seien, erklärte der Papst.