Der Spätsommer lädt ein, den Glauben in freier Natur „erfrischen“ zu lassen.
Besondere Orte – Kirchen, Kapellen, Kunststätten – können helfen, den Glauben zu vertiefen. Die milde Schönheit des Spätsommers lädt ein, dies in freier Natur zu versuchen. Schließlich wird ja auch das Paradies in der Bibel als Garten geschildert und nicht als eine Kirche.
Ein Bachbett im Gebirge. Jahrhundertelang schießt das Wasser zu Tal. Eindrucksvolle Gräben hat das Wasser mit dem Sand, das es mit sich führt, in den Fels geschnitten. Das weiche Wasser zeigt sich stärker als harter Fels. Anders als der Fels im Trockenen haben diese Steine im Bach ihre Kanten verloren. Im ständigen Strom des Wassers sind sie selbst weich und rund geworden. Es kann ein Sinnbild des Glaubens sein. Es kommt darauf an, in welchem Wasser man sich bewegt. Da mag es schon sein, dass ein Mensch so manches Wasser an sich abrinnen lässt. Doch es wird auf Dauer den Menschen formen und prägen. Wer sich dem Wasser des Christusglaubens aussetzt, wird von diesem Wasser geformt werden. Und Wasser spielt in der Glaubenssymbolik eine große Rolle. In der Taufe taucht der Mensch ein in dieses Wasser.Am 20. August feiert die Kirche des Fest des hl. Bernhard von Clairvaux. Im Jahre 1118 wurde dieser Leiter des Zisterzienserordens. Zahlreiche Klostergründungen gehen auf ihn zurück.
Zisterzienserklöster wurden im wörtlichen Sinne immer an Wassern erbaut. Sumpflandschaften, die erst bewohnbar gemacht werden mussten, waren bevorzugte Standorte. Bernhard hielt körperliche Arbeit gleich wichtig wie geistige Beschäftigung und das Gebet. Ein Leben lang Arbeit zu verrichten, das prägt. Ein Leben lang sich dem Wasserstrom der Botschaft Jesu, der Propheten, der vielen Männer und Frauen in ihrem Gefolge auszusetzen, das formt. Es sind schöne Steine, die das Wasser im Bach geformt hat.