Ausgabe: 2002/33, Hochwasser, Katastrophe, Schwertberg, Mühlviertel, Caritas, Pregarten, Mauthausen, Steyr, Ried i. Innkreis
14.08.2002
- Josef Wallner
„Beten wir und arbeiten wir für unsere Mitmenschen, ein jeder helfe nach seinen Möglichkeiten“, so Bischof Maximilian Aichern in seinem Appell an die Landsleute. Der Bischof bittet, die vom Hochwasser Betroffenen nicht im Stich zu lassen. Die zahlreichen Menschen, die vor dem Nichts stehen, brauchen dringend Unterstützung.
Jede Hilfe ist wertvoll: Der Einsatz von Feuerwehr, Sanitätern, Bundesheer und freiwilligen Helferinnen und Helfern. Wichtig sind auch jene Menschen, die die Hochwasseropfer aufgenommen haben und ihnen auch Trost spenden. Bischof Aichern: „Ihnen allen ein aufrichtiges Vergelt’s Gott. Dies ist wahrhafte Nächstenliebe“.Kirchenzeitung und Caritas bitten um Spenden:Konto der Caritas, Raiffeisenlandesbank (BLZ 34.000), Ktnr: 1.245.000, Verwendungszweck „Hochwasser“
Die Ohnmacht teilen
Hochwassergebiete: Pfarrer und pastorale Mitarbeiter im Dauereinsatz
Warum lässt Gott das zu? – Diese Frage wurde in den vergangenen Tagen tausende Male gestellt. „Es gibt Situationen, da kann man nur dasein und mit den Menschen schweigen“, sagt Pfarrer Johann Stöllnberger aus Schwertberg.
Seit vergangenen Mittwoch gegen 22 Uhr die Sirenen aufheulten, ist in Schwertberg nichts mehr wie es war: Die Aist schwoll auf sieben Meter über den normalen Pegelstand an und zog eine Spur der Verwüstung nach sich, deren Ausmaß noch niemand wirklich abschätzen kann. Die Gummistiefel gehören seither zur Arbeitsausrüstung von Pfarrer Stöllnberger. Unermüdlich ist er unterwegs, um bei den Hochwasseropfern zu sein. „Antworten nach dem Warum habe ich auch nicht“, so der Pfarrer, „aber es drängt mich, in der Not bei den Leuten zu sein und so schweigen wir oft miteinander“. Dass die Pfarre Schwertberg ihre Räume zur Verfügung stellt, ist für ihn selbstverständlich. Im alten Pfarrhof konnte eine fünfköpfige Familie untergebracht werden, deren Haus unbewohnbar ist. Im Pfarrsaal befindet sich das Einsatzzentrum des Roten Kreuzes. Pfarrer Stöllnberger: „Wir stehen hinter jeder Aktion der Gemeinde und der Rettungskräfte. Sie können auf unsere volle Unterstützung zählen.“
Am Sonntag predigte der Pfarrer über das Evangelium von der Stillung des Seesturms. Seine Auslegung: „Jesus, der den Sturm stillt, wird für uns heute in den Helfern und Helferinnen sichtbar. Wir müssen der verlängerte Arm Jesu sein.“ Der Schwertberger Priester sieht nun auch eine wichtige Aufgabe für die alten Menschen. Sie können aufgrund ihrer eigenen Lebenserfahrungen am glaubwürdigsten Mut machen.
Erdrückende Ohnmacht
„Die Ohnmacht, nichts gegen die Wassermassen tun zu können ist das Schlimmste“, erlebt Pfarrer Johann Fürst aus Mauthausen. Drei Mal hat er schon jedes vom Hochwasser betroffene Haus seiner Pfarre besucht. Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist für ihn ein Lichtblick in dieser Situation. Wie die Pfarren Schwertberg und Mauthausen setzt sich auch die Pfarre Pregarten für die Flutopfer ein. Neben den Gesprächen versucht die Pfarre materielle Hilfe zu leisten. Der Erlös aus der Kräutersegnung am 15. August wird bereits für die vom Hochwasser Geschädigten verwendet. Und aus den Sachspenden, die für den Flohmarkt am 1. September (ab 8 Uhr) gesammelt werden, wird unbürokratisch den Betroffenen das zur Verfügung stellt, was sie brauchen. Die Renovierung des Pfarrhofs werden wir trotzdem finanzieren können, ist Pfarrer Aichhorn überzeugt.
Häuser der Kirche betroffen
Seit zwei Tagen ist Steyr vom Hochwasser betroffen. Nach der Sperre sämtlicher Brücken dauerte es nicht lange, bis die ersten Menschen an die Tür des Stadtpfarramts geklopft und dort vorerst einmal einen trockenen Platz zum Abwarten gefunden haben. In Steyr ist inzwischen schon das Untergeschoß des Bildungszentrums Dominikanerhaus überflutet. Das Wasser ist innerhalb einer Stunde um einen Meter gestiegen, sodass an ein Evakuieren der Einrichtung nicht mehr zu denken war. Lediglich einige Akten aus den Caritas-Büros konnten gerettet werden. Betroffen vom Hochwasser ist auch das Bildungszentrum St. Franziskus in Ried im Innkreis. (Zu Redaktionsschluss am Montag Abend hat sich die Lage weiter zugespitzt, längst konnte das KIZ-Team nicht mehr alle betroffenen Pfarren erreichen.)
Zur Sache:
Spenden-Aktion
Gemeinsam mit der Caritas Oberösterreich und der Kirchenzeitung ruft Diözesanbischof Maximilian Aichern alle Menschen auf, die von der Katastrophe verschont wurden, für die Hochwasseropfer zu spenden: Konto der Caritas, Raiffeisenlandesbank (BLZ 34.000), Kontonr: 1.245.000, Verwendungszweck „Hochwasser“ .
Caritas-Soforthilfe
Als Soforthilfe hat die Caritas 200.000 Euro zur Verfügung gestellt. Diese Hilfe wird gemeinsam mit den Pfarren und Caritas-Sozialberatungsstellen rasch und unbürokratisch in den Krisenregionen verteilt. Die Caritas ist immer wieder vor die Situation gestellt, an mehreren Brennpunkten der Not gleichzeitig zu helfen. Zur Zeit bittet die Caritas um Hilfe für Hochwasseropfer und für die hungernden Menschen in Afrika. Bischof Aichern: „Gerade jetzt, wo wir eine Katastrophe so hautnah erleben, bitte ich aber auch sehr, die Caritas-Augustsammlung nicht zu vergessen“.
Informationen über Sachspenden, Hilfseinsätze und alle Fragen von Spenden: Svetlana Varmaz, Tel. 0732/76 10-2040, oder 0664/100 77 22.