Über 20 Millionen Menschen sind in Südasien von den Wasserfluten der starken Monsunregen betroffen.
„Ganze Berge brechen auf einer Länge von bis zu 400 Meter weg und begraben unter sich Häuser. Ganze Reisfelder werden weggespült und den Menschen bleibt nichts“, berichtet Michael Escher in Kathmandu. Der Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) hat Zentral- und Ostnepal besucht, jene Regionen, die vom Monsunregen besonders heimgesucht wurden. Laut IKRK sind in dem Himalaya-Staat bisher 260.000 Menschen von den Fluten betroffen. 422 Menschen sind bereits ums Leben gekommen. 173 werden vermisst. Rund 17.000 Häuser wurden zerstört. Noch lässt sich das wahre Ausmaß der Zerstörungen nicht abschätzen: viele Dörfer sind noch immer von der Außenwelt abgeschnitten.
In Indien ist die Situation nicht anders: Ende vergangener Woche wurden 516 Flutopfer gezählt. Die Bundesstaaten Bihar und Assam sind besonders in Mitleidenschaft gezogen – 17 Mill. Menschen sind dort vom größten Hochwasser seit 25 Jahren betroffen. Im ostindischen Bihar gilt die Lage als besonders kritisch. Die Überschwemmungen begannen vor einem Monat, und noch immer treten die fünf Hauptflüsse über die Ufer. Mehr als 7000 Dörfer auf einer Fläche von über einer Million Hektar Land stehen unter Wasser. Der Großteil der Ernte wurde vernichtet. Bereits jetzt gelten an die 100.000 Häuser in Bihar als zerstört. Und für die nächsten Tage werden weitere Regenfälle vorausgesagt.
Unterdessen soll Assam zum Katastrophengebiet erklärt werden. Im nordostindischen Bundesstaat sind 5,4 Mill. Menschen in 6220 Dörfern von den Fluten betroffen. Über 88.000 leben bereits in Flüchtlingslagern. Schätzungen zufolge sind rund 320.000 Hektar Anbaufläche überflutet. Straßen-, Bahn- und Telefonverbindungen sind unterbrochen.Nicht nur dass in Bangladesch in diesem Jahr der Monsun überraschend bald eingesetzt hat. Sondern auch die Fluten aus dem angrenzenden Indien verschärfen die Hochwassersituation. Aber auch hoher Wellengang im Golf von Bengalen verschärft die Lage in dem Armenhaus. Angaben zufolge sind bisher rund sieben Mill. Menschen obdachlos.