Manchmal ist das Sichtbare genauso undurchsichtig wie das Unsichtbare. Der Rätsel-charakter bleibt. Aber der Horizont wird weiter.
Das Stift Schlägl, dessen Kunstsammlung besonders durch gotische Bildtafeln und die Ährenkleidmadonna bekannt ist, wagt sich mit der Ausstellung „Auferstehung“ auf unsicheres Terrain.
Kunst im öffentlichen Raum
Dreißig bayrische, oberösterreichische und ein japanischer Künstler sind zur Zeit im und rund um das Stiftsareal mit ihren Arbeiten vertreten. Die Werke, die in Schlägl mittlerweile ihren fünften und vorletzten Aufstellungsort gefunden haben, werden so zu einem Teil der dörflichen Umgebung, betten sich in das soziale Geschehen ein.
Kunst kann Unaussprechliches auf den Punkt bringen, so Bernhard Kirchgessner, Kunstreferent der Diözese Passau, in seinen einleitenden Worten zur Eröffnung der Ausstellung „Auferstehung“ am 15. August. Der Liturgiewissenschafter hat vor zwei Jahren das Projekt „Auferstehung“ ins Rollen gebracht. Er zeigt sich selbst überrascht von der Resonanz, die dieses Thema bei vielen Künstler/innen hervorgerufen hat. Kunst und Kirche, so meint er, sind sich näher als man auf den ersten Blick glaubt. Beiden geht es um das Geheimnis, das letztendlich durch den menschlichen Verstand nie ganz erfasst werden kann.
Die ausgestellten Exponate decken dabei ein großes Spektrum an Darstellungsmöglichkeiten ab. Von Drucktechniken über Stein, Ton- und Holzarbeiten bis hin zur großformatigen Leinwand von Beate Pohlus (in der Stiftskirche) findet das Thema „Auferstehung“ in zahlreichen Facetten Ausdruck. Besonders sehenswert sind die Metallarbeiten von Makoto Miura und Erwin Reiter.
Kunst im Dienst der Kirche?
Fraglich bleibt dennoch, ob Kunst und Kirche hier wirklich gleichberechtigt nebeneinander stehen. Auch wenn von den Initiatoren anders erdacht, bei den meisten Arbeiten kommt zuerst die theologische Reflexion, der künstlerische Impuls folgt danach. Die Kunst kommt dabei insgesamt zu kurz.
Info: Die Ausstellung „Auferstehung“ ist bis 30. September im Stift Schlägl zu sehen. Tel. 07281/88 01.