Mit der Errichtung des Kreuzweges hat sich die Pfarre einen lang gehegten Wunsch erfüllt – mit überraschenden Folgen.Es ist ein Kreuzweg, wie man ihn noch nicht gesehen hat: In einem aufwändigen Verfahren in Beton als durchgehender Fries gegossen, mit 15 statt 14 Stationen, einer leeren Platte und einem nackten Jesus. Geschaffen wurde er im Auftrag der Pfarre vom Gallspacher Künstler Erwin Burgstaller. Er kann auf eine lange Erfahrung im sakralen Kunstschaffen zurückblicken. „Die Zeit zwischen Kreuzigung und Auferstehung ist für mich eine Zeit ohne Bewusstsein“, erklärt er die leere, bilderlose 14. Station. Auf die ungewöhnliche 15. Station (Auferstehung) wollte er nicht verzichten: „Die ganzen vorherigen Stationen ergeben ohne die Auferstehung keinen Sinn!“Der Kreuzweg ist von der Ausführung her auf die 1955 geweihte Kirche aus Beton abgestimmt. Da die Zusammenarbeit mit der Pfarre so gut war, hat Burgstaller weitere Maßnahmen vorgeschlagen und eine farbliche Umgestaltung des Kirchenraumes angeregt. Die ersten Früchte der nicht geplanten Veränderungen können in der nun freundlich hellen Kirche bewundert werden.Etwas diskutiert wurde die 10. Station des Kreuzweges „Jesus wird seiner Kleider beraubt“: Sie zeigt Christus nackt und nimmt damit Bezug zum historischen Ablauf der Kreuzigungen: Die Entkleidung war der Versuch, Christus bis aufs Äußerste zu entwürdigen. Die Darstellung zeigt, dass dieser Versuch missglückt ist. „Die innere Würde ist Jesus geblieben. Mit der Auferstehung wurde Entwürdigung in Würde und Herrlichkeit umgewandelt“, betont Pfarrer Johann Bachmair.