Landesrat Dr. Walter Aichinger besuchte auf einer Studienfahrt mit Vertreter/innen oö. Jugendorganisationen Südtiroler Vorzeigeprojekte.
Staunen machte sich bei den Vertreter/innen der Jugendorganisationen breit, als sie das Jugend- und Kulturzentrum UFO in Bruneck vergangenen Sonntag besuchten. In der Südtiroler Gemeinde ist ein Konzept verwirklicht worden, das unter anderem mit Jugendcafé, Musikstudio und Medienwerkstatt zu Recht als Vorzeigeprojekt gilt.
Wie viele Jugendaktivitäten in Südtirol geht das UFO ursprünglich auf die kirchliche Jugendarbeit zurück. Dazu gehören auch die insgesamt 20 Jugenddienste – ein Südtiroler Spezifikum. Vor gut 20 Jahren wurden die ersten dieser „Dienste an der Jugend“ in Pfarren und Dekanaten ins Leben gerufen. Ihre je zwei bis vier hauptamtlichen Jugendreferenten unterstützen die Aktivitäten verschiedener Gruppen, wie z. B. der Jungschar, auf lokaler Ebene. Die Einbindung der Pfarren in die einzelnen Trägervereine der Jugenddienste ist heute aber sehr unterschiedlich.
Die Südtiroler Landesjugendpolitik ist vollkommen auf die Förderung privater Träger aufgebaut, erklärt der zuständige Landesrat Dr. Bruno Hosp. Bis zu 80 Prozent ihres Budgets erhalten die Trägervereine für ihre Arbeit. Insgesamt stehen für das deutschsprachige und ladinische Jugendressort 6 Millionen Euro Landesbudget zur Verfügung.
Der Besuch der Oberösterreicher in Südtirol kam nicht von ungefähr: Seit Jahrzehnten ist das Land Oberösterreich Mitbetreiber zweier Jugendheime in Südtirol. Zwischen den Jugendressorts findet ein reger Informationsaustausch statt.
Landesrat Aichinger besprach mit seinem Kollegen Hosp die verschiedenen Ansätze der Jugendpolitik. Gemeinsam ist beiden Ländern die Auffassung, dass Jugend ein förderungswürdiger Lebensabschnitt und keine „Krankheit“ ist. Daher kann Jugendarbeit nicht auf die Problembereiche reduziert werden.