„Wir begleiten“ lautet die Kurzbotschaft der „RIFA“, zum Beispiel auf ihren Fahrzeugen.
Begleitung bedeutet, den Schwächeren zur Seite stehen und ihre Chancen durch Beratung, Betreuung, Qualifizierung, Ausbildung und Arbeit erhöhen. Der „Verein RIFA“ (Rieder Initiative für Arbeit) wurde 1986 als gemeinnütziger und parteiunabhängiger Verein gegründet. An der Gründung waren Personen aus verschiedenen Bereichen beteiligt – vom Arbeitsamt, Jugendamt, von der Bewährungshilfe, der Katholischen Kirche, aus Pädagogik und Wirtschaft.
Weit über 2.000 Personen
In diesen siebzehn Jahren seit der Gründung wurden hier weit über 2.000 Personen beraten, erhielten sie Arbeit oder Ausbildung. Etwa 60 Prozent werden am Ende der RIFA-Zeit erfolgreich vermittelt. Die Kirchenzeitung zeichnete diese beeindruckende Privatinitiative heuer im Mai mit dem Solidaritätspreis aus. Seit drei Jahren hat der bis dorthin ausschließlich ehrenamtlich geführte Verein eine Geschäftsführerin – Mag. Anna Pucher. Es war ein notwendiger Schritt angesichts der weiterhin wachsenden Aufgaben. Derzeit führt die RIFA sechs verschiedene Bereiche – Mobile Hilfe und Betreuung, Essen auf Rädern, Übungshotel, Ökoservice, Altstoffverwertung und einen Beratungsdienst (ABS). Auch an einem neuen Standbein wird schon eifrig gezimmert: „REPA-NET“ ist ein österreichweit entstehendes Reparaturnetzwerk, getragen von Beschäftigungsprojekten, unter ihnen die RIFA. Es startet Anfang 2003. Zunächst sollen Fahrräder gesammelt und repariert werden.
Woran die Gesellschaft gemessen wird
„Lassen Sie uns nicht vergessen, dass eine Gesellschaft nicht so sehr am Lebensstandard seiner reichen und privilegierten Mitglieder gemessen wird, sondern vielmehr an der Lebensqualität, die sie ihren Schwächsten gewährt.“ – Dieser Satz des einstigen UNO-Generalsekretärs Perez de Cuellar ist ein Leitmotiv der RIFA. Dabei sorgt das Team mit kreativen Ideen für einen Mehrfach- Nutzen. Sowohl arbeitslose Menschen wie auch die Gemeinschaft und Wirtschaftsbetriebe profitieren vom Rieder Sozialprojekt.
Auch Lehrabschlüsse
Das Übungshotel bietet jährlich zwischen 60 und 70 arbeitslosen Menschen Gelegenheit, eine Ausbildung, auch mit Lehrabschluss, zu machen. Ihre Arbeitsbereiche sind Küche, Service, Handel und Holzwerkstatt (Haus-Instandhaltung). Ein Praktikum in verschiedenen Betrieben gehört zum Ausbildungsprogramm. Die dafür notwendige enge Zusammenarbeit mit Betrieben kommt den bei der RIFA in Ausbildung stehenden Menschen zugute. Nicht selten fragt zum Beispiel ein Gasthaus nach: „Habt’s jemanden, der bei uns arbeiten will?“Nutznießer ist ebenso die Stadt Ried. Die RIFA bietet Mobile Dienste (Altenfachbetreuung und ab Jänner 2003 auch Heimhilfe) für etwa 60 Personen an. Auch „Essen auf Rädern“ mit Menüs aus der Krankenhausküche (Barmherzige Schwestern) wird täglich an 60 bis 70 Personen ausgeliefert. Und die Mitarbeiter von Ökoservice und Altstoffverwertung kümmern sich um Fragen des Mülls.
Kommunale Leistungen
Sie sammeln Sperrmüll und entsorgen ihn fachgerecht. Der Restmüll kann damit auf 30 bis 40 Prozent gesenkt werden. Sie betreuen die Grünschnitt-Annahme im Bauhof und eine RIFA-eigene Altstoff-Sammelinsel, außerdem sorgen sie für saubere Container-Standplätze im Stadtgebiet. Auch das Ökoservice bietet übers Jahr etwa 70 Personen Beschäftigung. In der Altstoffverwertung sind mittlerweile vier Dauer-Arbeitsplätze entstanden, die ohne Zuschuss wirtschaftlich bestehen. 80 bis 100 Personen suchen jährlich den Beratungsdienst auf.