Am Samstag haben drei Ordensfrauen in den USA ihre Haftstrafe angetreten. Doch der Pflugscharbewegung steht ein noch aufsehenerregender Gerichtstermin ins Haus.
Eigentlich hätte am Montag dieser Woche im schottischen Kirkaldy die Verhandlung gegen Ulla Roder beginnen sollen. Die 48-jährige Dänin ist angeklagt, am 10. März 2003 einen Tornado-Kampfjet kampfunfähig gemacht zu haben. Ungehindert war sie in einen Hangar des Luftwaffenstützpunktes Leuchars in Fife vorgedrungen, wo das Flugzeug bereits für den Einsatz über dem Irak startklar war. „Nie wieder wird jemand dem Schrecken entgegensehen müssen, der von diesem Jet ausgeht“, meinte Ulla Roder später. Mit einem Hammer verursachte sie einen Schaden von rund 30 Millionen Euro an dem Kriegsgerät. „Dann habe ich mich niedergesetzt und auf meine Verhaftung durch das Sicherheitspersonal gewartet.“Dabei kommt der Prozess, der erste im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg, gegen die Friedensaktivistin der „Trident-Pflugschar-Bewegung“ zum richtigen Zeitpunkt. Denn in Großbritannien wächst der Eindruck, Premier Tony Blair habe die Bevölkerung hinters Licht geführt, um den Krieg zu rechtfertigen. Dafür wächst auch die Unterstützung, die Roder im Frauengefängnis von Cornton Vale erhält. Vor einigen Jahren zu den Quäkern konvertiert, rechtfertigt sie die ihrer Meinung nach gewaltfreie Aktion als legal, weil der Irak-Krieg illegal war. Nun erzielte ihr Anwalt einen Aufschub der Verhandlung. Vielleicht wird bis 25. August noch klarer, wie illegal das Vorgehen der Regierung in London war.