Die Hitze habe zur Eskalation der Gewalt geführt. So die offizielle Version zur Schlägerei im Flüchtlingslager Traiskirchen. Doch die wahren Ursachen für das hohe Aggressionspotential liegen tiefer. 800 Flüchtlinge leben zurzeit in Traiskirchen auf engstem Raum. Die Menschen warten lange auf das Ergebnis ihres Asylantrages. Sie leben in der Fremde, haben keine Arbeit und kaum eine Chance, sich zu integrieren. Kein Wunder, dass sich mangels Ausdrucksmöglichkeiten Aggressionen anstauen – der Traum nach einem besseren Leben scheint zu verpuffen. Endloses Warten zermürbt die Nerven. Ein Funke genügt, um die schwelenden Konflikte zu entzünden – da braucht es nicht unbedingt sengende Hitze dazu.