Bislang galt Argentiniens neuer Präsident Nestor Kirchner als unbekannte Größe. Doch nun scheint er zustande gebracht zu haben, worunter das Land seit 20 Jahren leidet: der Mantel des Schweigens über die Jahre der Militärdiktatur ist zerrissen. Das Schicksal tausender Opfer kann geklärt und staatlich gedeckte Folterknechte und Mörder können zur Rechenschaft gezogen werden. Seit zwei Jahren durchleben die Argentinier die schwerste Wirtschaftskrise. 20 von 36 Millionen leben in Armut. Warum sich da mit der Vergangenheit beschäftigen, wie das einige Mütter fordern? Diese Entscheidung könnte jenen Wandel signalisieren, der als längst überfällig galt. Denn die Jahre seit der Militärdiktatur haben nicht dazu beigetragen, Gerechtigkeit zu schaffen und Hoffnung zu wecken. Der Mantel des Schweigens war auch das Symbol der Privilegienpolitik für einige wenige.