Ein dottergelbes Leitsystem hat die Dornbirner Künstlerin Uta Belina Waeger entwickelt. Zum Gebhardsfest fordert sie die Pilger hoch über Bregenz auf, Grenzen zu überwinden.
Zwar werden die „Markierungen“ auf dem Gebhardsberg erst am 22. August der Öffentlichkeit präsentiert. Aber schon jetzt zieht der reflektierende Bodenstreifen die Aufmerksamkeit auf sich. Dass er in den gewohnten Raum eingreift und den Hochaltar der Wallfahrtskirche mit dem 100 Meter fernen Aussichtsplatz verbindet, ist Uta Belina Waegers Idee. Dafür erhielt die Künstlerin den 1. Preis beim Wettbewerb „Wurzel und Weite“, der von der Diözese Feldkirch anlässlich des Mitteleuropäischen Katholikentages ausgeschrieben worden war. Wurzel, das ist der Altar – als Ziel der Pilger und der Überlieferung nach die Geburtsstätte Gebhards. Weite, das ist das Dreiländereck – von wo der Blick grenzenlos ist, sogar bis ins 70 Kilometer entfernte Konstanz, wo der Heilige aus Vorarlberg ab 979 Bischof war.
Weit mehr jedoch gibt es in der mit Liebe zum Detail zusammengetragenen Installation zu sehen. Dazu aber fordert Uta Belina Waeger heraus: „Denn wer nimmt sich heute schon die Zeit, sich auf etwas einzulassen?“ Mit dem Thema befasst sich die Vorarlbergerin seit ihrem 18.
Lebensjahr, als sie an die Akademie der Bildenden Künste in Wien ging. Nach Jahren in New York, Tokyo und mehreren mittelosteuropäischen Ländern „war ich schon entwurzelt“, gesteht sie. „Aber gleichzeitig habe ich entdeckt, dass ich den Blick weiten muss und will, um meine Wurzeln besser kennen zu lernen.“