In Zeiten des Krieges sind Friedenstreffen eine Frage des Überlebens. Und so kommt auch der Begegnung von 500 Vertreter/-innen aus den Weltreligionen große Aufmerksamkeit zu, die sich ab Sonntag in Aachen treffen werden. Denn der Irak droht – nach dem anglo-amerikanische Angriffskrieg – ein Pulverfass zu werden, wo mit dem Zeitzünder „Religion“ verantwortungslos hantiert wird, wie das Attentat von Nadschaf zeigt – mit Dutzenden Toten, unter ihnen der Führer der Schiiten, Mohammed Bakir al-Hakim.Sollte Aachen vielleicht „nur“ eine kleine Menge an Friedensenergie freisetzen, so ist dennoch eine große Hoffnung damit verbunden: Religionen üben Gewalt zu überwinden.
Walter Achleitner
Jugend und Werte
Familie und Kinder sind bei jungen Leuten nicht „out“. Deshalb ist der Vorwurf, sie sollten weniger an ihre Vergnügungen denken und mehr ans Kinderkriegen, nicht gerecht. Und das aus mehreren Gründen: Noch nie in den vergangenen 50 Jahren haben junge Leute ihre Werte so stark von den Erwachsenen übernommen wie heute. Wer ihnen vorhält, dass ihnen Selbstverwirklichung, Freiheit, Wohlstands- und Karrieredenken zu wichtig sind, muss sich selbst bei der Nase nehmen: Welche Werte gelten denn in unserer Gesellschaft – in der Arbeitswelt, der Wirtschaft oder auch im Bildungsbereich. Gibt es in unserer Welt Raum und Zeit dafür, dass Kinder und junge Menschen „weiche Werte“ wie Solidarität, Mitgefühl, Treue oder Liebe „erlernen“. Oder ist es nicht viel wichtiger, sie zu perfekten Rädern unserer Wirtschafts- und Konsumgesellschaft auszubilden? Eine Wertediskussion ist wichtig. Aber eine ehrliche!