Die deutsche Bischofskonferenz vergibt jährlich einen Kinder- und Jugendbuchpreis. Dieses Jahr ging die Auszeichnung an Armin Greder für sein Bilderbuch „Die Insel“. Für Kinder allerdings scheint dieses Werk wenig geeignet. Greder erzählt darin, wie ein Mann an einer Insel strandet und widerwillig von den Inselbewohnern aufgenommen wird: Sie stecken ihn in einen Stall und erklären sich erst nach und nach bereit, ihn zu versorgen – Arbeit will ihm niemand geben. Schließlich überwältigen die offensichtlich grundlosen Ängste die Menschen, sodass es zu keinem Happy End kommt. Neben seiner offensichtlichen Bezugnahme auf die Asylthematik eröffnet das Buch mehrere Sichtweisen auf Vorurteile und die Angst vor dem Fremden. Trotz allem bleibt offen, für wen das Buch gedacht ist: Kindern kann man die an Alfred Kubins Horrorvisionen erinnernden, künstlerisch sehr anspruchsvollen Zeichnungen Greders nicht zumuten. Jugendliche und Erwachsene werden die Geschichte wohl als zu simpel und undifferenziert empfinden. Als Anstoß zur Auseinandersetzung mit den eigenen Vorurteilen ist das Buch sicher geeignet.
Armin Greder: Die Insel. Sauerländer. Preis: Euro 16,30.