Ein Jahr der Überraschungen ist das letzte Schuljahr geworden. Als sich im Herbst 2002 die Schultore öffneten, ahnte noch niemand etwas von Lehrerstreiks oder Stundenkürzungen. Wir leben jetzt im Jahr eins der ministeriell verordneten Stundenreduzierung. Die Schulen waren enorm herausgefordert, um die überfallsartige Stundenkürzung halbwegs über die Bühne zu bekommen. Ganz unterschiedliche Erwartungen galt es unter einen Hut zu bringen.Verbunden war die Umstrukturierung mit der Angst mancher Lehrerin und manches Lehrers, dass für ihn nicht mehr genug Stunden übrig bleiben. Bis kurz vor Beginn des neuen Schuljahres wussten viele Lehrkräfte nicht, was sie im September erwarten würde und wo sie ihren Arbeitsplatz haben würden. Es galt, sich zur Verfügung zu halten.
Auch wenn nicht zu erwarten ist, dass ein vollzogener Schritt noch einmal zurückgenommen wird, ein Nachdenken über das Wie ist dennoch angebracht. Nicht nur die Kinder auch die Lehrenden sollten in der Schule ein interessantes, erfüllendes Arbeitsfeld vorfinden. Nur wer selbst gut motiviert ist, kann auch andere begeistern. Wer selbst Freude hat, kann Freude weitergeben. Auf die Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer wird zu selten geachtet. Wenn nicht einmal jede Lehrkraft einen eigenen Platz in der Schule zur Verfügung hat, an dem sie sich auf seine Stunden vorbereiten kann, ist die Frage angebracht, welchen Platz die Gesellschaft ihren Lehrerinnen und Lehrern zugesteht.