Bekannt und doch fremd sind die „Geschichten aus dem Wienerwald“ in der neuen Inszenierung am Linzer Theater Phönix. Bekannt ist die Geschichte – scheinbar so bekannt, dass die Regie (Harald Gebhartl) den Schluss schon am Beginn andeutet, um ihn dann am Ende wegzulassen. Und dass ist nicht der einzige Verzicht auf dunklere Töne in dieser Inszenierung. Denn fremd ist letztlich das fast völlige Fehlen des bitteren Nachgeschmacks von Horváths Humor: Im ersten Teil spielt das Ensemble mit solchem Drive dahin, dass die Entlarvung der sprachlichen Brutalität, wie sie typisch ist für Horváth, leider oft untergeht. Die Szene, in welcher der Zauberkönig Marianne im Nachtclub wiedererkennt, steht durch Streichungen völlig unmotiviert da. Danach geht die Inszenierung einem unklaren Ende entgegen. Die einzigen Figuren, die Profil gewinnen, sind Valerie (Ingrid Höller) und Alfred (Werner Landsgsell). Trotz (oder wegen) sicher gut gemeinter Ambitionen wird hier an Horváth vorbeigespielt. Schade!
Das Stück läuft bis 16. November, Infos: Tel. 0732/66 26 41.