EU-Agrarkommissar Franz Fischler und Österreichs Wirtschaftsminister Martin Bartenstein waren sich einig darüber: die Schuld, dass die 5. Ministerrund der Welthandelsorganisation gescheitert ist, die tragen die Entwicklungsländer und ihre Sympathisanten. Sie, die keine großen Expertenstäbe hinter sich haben, um die komplizierten Verhandlungsmaterien nach allen Seiten hin zu durchleuchten, wagten es, den Reichen dieser Welt die Stirn zu bieten. Sie wollten dabei nicht mehr, als jene beim Wort nehmen, die unter dem Eindruck der Terroranschläge vom 9. 1. 2001 beschlossen haben, Armut, Hunger und wachsende Verelendung zu bekämpfen. Gerechtere Handelsbedingungen, die mehr Rücksicht auf die Schwachen nehmen, sollten ein Mittel dazu sein. Der Scheck der Reichen aber ist bisher ungedeckt. Ist das die Schuld der Armen?