Laut auf den Tisch zu hauen ist nicht seine Sache. Aber jetzt ist es Zeit für einen Aufschrei gegen das Kaputtsparen, meint Hubert Petrasch.
Seit zehn Jahren leitet Hubert Petrasch das Katholische Bildungswerk in Wien. Aber so kurz wie jetzt war die Finanzdecke noch nie. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Sparpolitik des Bundes. Allein die Personalsubventionen sind in den letzten Jahren um 50 Prozent zurückgegangen. „In Sonntagsreden wird gerne auf die wachsende Bedeutung des lebenslangen Lernens hingewiesen. In der Praxis aber lässt man die gemeinnützigen Träger der Erwachsenenbildung im Regen stehen“, meint Petrasch. Besonders hart treffe die „schleichende Privatisierung“ jene Einrichtungen, die sich um ein möglichst breites Angebot für alle Bevölkerungsschichten machen. „Aber gerade in einer Wissensgesellschaft kann es doch nicht im Interesse der Gesellschaft sein, dass sich Bildung nur noch betuchte Eliten leisten können. Auch die karenzierte Frau soll Mütterseminare besuchen können oder der Mindestrentner ein Training für Geist und Körper“, fordert Petrasch.
Seit drei Jahren ist der 43-jährige Religionspädagoge Vorsitzender des Forums Katholische Erwachsenenbildung. In dieser Funktion leitet er derzeit auch für zwei Jahre die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs. Vergangene Woche machte er mit Vertreter/-innen der zehn Mitgliedsorganisationen auf die dramatische Situation der gemeinnützigen Erwachsenenbildung aufmerksam. „Wir sind am Limit, wertvolle Strukturen drohen einzubrechen“, warnt Petrasch.