M an mag es drehen und wenden, wie man will: Wirklich einfach betreten, lässt sich für Benützer/innen von Rollstühlen keine einzige Kirche in der Linzer Innenstadt. Das ist keine Anklage, sondern eine Feststellung. Vermutlich sind viele der Gründe, warum Stufen und Schwellen nicht durch Rampen ersetzt werden können, einleuchtend.
E iner der Gründe wird aber auch mit Gedankenlosigkeit zu tun haben. So ist es jedenfalls mir ergangen. Ich habe Frau Andrea Fröschl kürzlich in den Neuen Dom und zu anderen Innenstadt - Kirchen begleitet (Siehe Seite 8). Die Linzerin benutzt seit ihrem achten Lebensjahr einen Rollstuhl. Ich habe ihr einfach zugehört, wie sie erklärt hat, worauf sie gerade achten muss. Das Gefühl des Staunes – „Was die alles sieht“ – ist bald dem Gefühl der Unruhe gewichen. Wie gedankenlos ich doch bisher die Kirchen betreten habe. Kleinigkeiten, die Zugänge versperren, Stufen, die sie aus der Gemeinschaft ausschließen, Gotteshäuser, die die 42-jährige noch nie besucht hat. Ob eine Schwelle von fünf bis sieben Zentimeter hoch ist oder nicht, lässt sich nicht diskutieren. Wenn sie mit ihrem Elektrorollstuhl nicht darüber kommt, stellt sie ein unüberwindliches Hindernis dar. Erklärung hin oder her.
D ie Konsequenz aus Andrea Fröschls Kirchentour kann nicht heißen: sofort alle Kirchen umzugestalten. Vielleicht aber eine so einzurichten, dass sie den Anforderungen von Rollstuhl-Benützern entpricht. Unabhängig von allen Maßnahmen – die Schwellen provozieren Auseinandersetzung.