Eine Kirche, die mehr den Glauben verkündet und weniger auf der Moral herumreitet, das wünscht sich die neue KA-Präsidentin Luitgard Derschmidt.Vergangenen Samstag wählte die Generalversammlung der Katholischen Aktion Österreichs die Salzburgerin Luitgard Derschmidt (62) zur neuen Präsidentin. Sie war zuletzt schon Stellvertreterin von Präsident Christian Friesl und stark im KA-Forum Ehe und Familie engagiert. Die Entwicklung einer zeitgemäßen, pfiffigen und informativen Homepage zu Beziehungs- und Ehefragen war der Mutter von drei erwachsenen Kindern ein großes Anliegen. „Wer die Menschen erreichen will, wuss ihre Sprache sprechen“, ist Derschmidt überzeugt. Damit meine sie keine Anbiederung, sondern das richtige Einstellen der Antennen. „Hinhören“ ist eines der Worte,auf das Derschmidt im Gespräch oft zurückkommt. Aus ihrer langen Erfahrung in der Ehe- und Familienbildung weiß sie: „Wir geben häufig Antworten auf Fragen, die niemand stellt und bleiben Antworten schuldig, wo es den Menschen unter den Nägeln brennt.“ Derschmidt wünscht sich auch eine Kirche, die mehr vom Glauben redet und weniger von der Moral. „Denn das Wichtigste ist die Gottesbeziehung, mein Ja zu Gott, der mich vorbehaltlos liebt. Alles andere folgt“, meint Derschmidt.In einem zweiten Projekt befasste sich Derschmidt in den vergangenen Jahren mit den Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf Ehe- und Familienbeziehungen. Kirche muss, so Derschmidt, kritisch und wachsam auf die gesellschaftliche Entwicklung schauen. „Es geht dabei um den Menschen – und um unsere Solidarität und Sorge mit ihm.“BaumgartnerSiehe: Seite 9