Eier werden teurer. Auch Brot und Gebäck werden teurer. Die Trockenheit des Sommers sei schuld. Die Getreideernte war knapp. So schnell kann es also gehen. War da nicht immer die Rede von Überschüssen – und dass es sehr viel Geld kostet, die Überschüsse mit Zuschüssen irgendwohin zu bringen? Getreide wird teurer zu Zeiten, da die Bauern ihre Fuhren längst abgeliefert haben in den Lagerhäusern und sie von den guten Preisen nichts haben .
Der Erntesommer 2003 zeigt, wie schmal der Grat zwischen Überschuss und Mangel ist. Der Markt regelt – das ist seine Philosophie – Unregelmäßigkeiten mit dem Griff zur Preisschraube. Zahlt halt jeder ein bisschen mehr. Das Rezept funktioniert, solange trotzdem genug von allem da ist. Was aber, wenn es eine ernste Versorgungskrise zu bewältigen gilt? Wenn die einen liebend gern mehr zahlen würden, wenn sie nur die Ware bekämen? Und wenn andere die guten Sachen in den Geschäften sehen, aber sie sie sich nicht leisten können?Da fällt auch noch der Strom aus. Erst in Nordamerika, dann in Nordeuropa, zuletzt lag fast ganz Italien im Dunkeln. Keine guten Zeiten für Technikgläubige nd Marktfetischisten.Der Trockensommer 2003 kann ein Fingerzeig sein. Mit Technik und Preisschraube lässt sich nicht alles regeln. Menschen sollten sich auf ihre menschlichen Qualitäten besinnen: Dass sie im Fall des Mangels nicht zu Raubtieren werden, sondern dass sie das Wohl derBedürftigen im Auge haben.